Technik/Gesundheit

Küken füttern am Computer für einen entspannten Nacken

Sensoren messen die Kopfhaltung und -bewegungen und übertragen sie an den Computer. Physiotherapie-Übungen steuern dann ein Computerspiel.

Sensoren messen die Kopfhaltung und -bewegungen und übertragen sie an den Computer. Physiotherapie-Übungen steuern dann ein Computerspiel.

Forschende der ZHAW haben ein System entwickelt, um Physiotherapie-Übungen gegen Nackenbeschwerden mit Computerspielen zu verknüpfen. Es zeigt Fehlhaltungen und misst Therapieerfolge, berichten die Wissenschaftler.

Mit vorgestrecktem Kopf am Schreibtisch, zu wenig Bewegung im Alltag: Fehlhaltungen und daraus folgende Nackenbeschwerden sind weit verbreitet. Oft kann eine Feedback-basierte Physiotherapie helfen. Um die Übungen spannender zu machen, haben Forschende um Christoph Bauer von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit Partnern aus Industrie und klinischer Praxis ein System entwickelt, dass die Physiotherapie mit Computerspielen verbindet.

Das System erfasst über Sensoren die Bewegungen und visualisiert sie in einem Computerspiel, wie die ZHAW am Donnerstag mitteilte. Fehlhaltungen wie ein gewohnheitsmässig nach vorne geschobener Kopf werden dadurch sichtbar. Dank dieser Messungen lassen sich passende Übungen wählen, die auf Patient oder Patientin passend zugeschnitten sind.

Im Computerspiel müssen die Patientinnen und Patienten dann beispielsweise über gezielte Nackenbewegungen eine Entenmutter steuern, die ihre Küken füttert. Trockene Übungen sollen dadurch zu einem motivierenden Spiel werden, schrieb die ZHAW.

Die Forschenden entwickelten zwei Prototypen der "Valedo Nackentherapie", die sie mit 24 Probanden und 12 Therapeutinnen testeten. Das Feedback aus den Tests soll in die Weiterentwicklung der Prototypen einfliessen. "Mittelfristig soll das Computerspiel nicht nur bei der Physiotherapeutin oder beim Physiotherapeuten, sondern auch zu Hause benutzt werden können", sagte Bauer. Selbst testen könne man das System aber bereits früher, beim nationalen Digitaltag am 3. September am Hauptbahnhof Zürich, so die Mitteilung.

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