Vorwahlen Elsass

Jetzt wird der linke Kandidat gesucht

Am meisten Unterstützung von den elsässischen Links-Politikern erhält Manuel Valls.

Am meisten Unterstützung von den elsässischen Links-Politikern erhält Manuel Valls.

Auch das konservative Elsass nimmt an der Vorwahl der Linken teil – mit geringerer Beteiligung als bei den Bürgerlichen.

Das Elsass ist alles andere als eine Hochburg der Linken. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass der Wahlkampf für die Vorwahlen, bei denen die französische Linke am 22. und 29. Januar ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen bestimmen will, bisher sehr verhalten gelaufen ist.

Hier ist nicht viel zu holen: Bei den letzten Regionalwahlen 2015 sind die Sozialisten im Südelsass auf 9,5 Prozent gekommen, im Unterelsass auf 10,8 Prozent. Wirklich stark sind sie nur noch in und um Strassburg. Von 73 Wahlbüros im Bas Rhin befinden sich denn auch 33 in Strassburg.

Valls war in Strassburg

Von den bekannteren Kandidaten hat sich lediglich der ehemalige Premierminister Manuel Valls im Dezember in Strassburg sehen lassen. Arnaud Montebourg, der zum linken Flügel der Sozialistischen Partei zählt, war bereits im Sommer zu einem Besuch im Sundgau, in Mulhouse und Sélestat. Die beiden gelten als die Favoriten.

Teilnehmen an den Vorwahlen können französische Staatsbürger über 18 Jahre, die auf den nationalen Wählerlisten eingetragen sind, sowie Mitglieder der organisierenden Parteien zwischen 16 und 18 Jahren. Um abstimmen zu dürfen, muss man sich zu den Werten der Linken bekennen. Jeder Wahlgang kostet einen Euro.

Zur Wahl stehen sieben Kandidaten. Am meisten Unterstützung von den elsässischen Links-Politikern erhält Valls, für den sich auch Roland Ries, der Maire von Strassburg, ausspricht. Die beiden bekannten linken Politiker Emmanuel Macron und Jean-Luc Mélenchon nehmen zwar an den Präsidentschaftswahlen teil, die am 27. April und 7. Mai 2017 stattfinden, aber nicht an den Vorwahlen.

Hoffen auf mehr Teilnehmer

Die Organisatoren hoffen, dass mehr als 2011 zur Vorwahl kommen. Damals waren es im gesamten Elsass 41 000 – nicht zu vergleichen allerdings mit den über 110 000 Wählern, die letzten November an den Vorwahlen der Bürgerlichen teilgenommen haben. Während das Elsass bisher eine Hochburg des ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy war, blieb er bei den Vorwahlen auch im Elsass chancenlos. Im zweiten Wahlgang erhielt Gewinner François Fillon mit über 70 Prozent im Elsass sogar mehr Stimmen als im französischen Durchschnitt von 66,5 Prozent.

Seit 2002 dauert die Präsidentschaft in Frankreich nicht mehr sieben Jahre, das sogenannte «Septennat», sondern nur noch fünf, das «Quinquennat». Weil Amtsinhaber François Hollande nicht mehr antritt, gibt es auf jeden Fall einen neuen Präsidenten. Ob und wie dieser die im Elsass ungeliebte Gebietsreform rückgängig machen wird, ist derzeit noch unklar.

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