Fifa-Skandal

Jetzt schaltet sich auch England ein – Schweizer Banken im Visier

Fifa-Skandal: Nach den USA und der Schweiz schalten sich nun auch britische Behörden ein.

Fifa-Skandal: Nach den USA und der Schweiz schalten sich nun auch britische Behörden ein.

Formell wurde von den britischen Strafverfolgungsbehörden noch keine Untersuchung gegen die Fifa eingeleitet. Die Londoner Polizei soll aber schon länger involviert sein, weil englische Banken in den Akten auftauchen – wie auch Schweizer Banken.

Die Fifa wurde am Mittwoch von zwei unabhängigen Ermittlungen in den USA und der Schweiz erschüttert. In den letzten Tagen wurde zudem darüber spekuliert, ob auch die britischen Strafverfolgungsbehörden ihre Ermittlungen gegen hochrangige Funktionäre des Fussball-Weltverbandes Fifa aufnehmen.

Denn die Engländer sind 2010 nur knapp gescheitert, als es um die Vergabe der Fussball-WM im Jahr 2018 ging. Das «Mutterland des Fussballs» hatte trotz des persönlichen Einsatzes von Premierminister David Cameron, Prinz William und Fussballstar David Beckham das Nachsehen. Rasch kamen in der Folge Gerüchte auf, beim Entscheid der Fifa-Delegierten zugunsten Russlands sei nicht alles sauber gewesen.

Am Freitag gab das Serious Fraud Office (SFO), also die Strafverfolgungsbehörde für schwere Betrugsdelikte, in London nun bekannt, dass es bereit sei, die «laufende internationale Ermittlungen zu unterstützen». Eine formelle Untersuchung habe man jedoch nicht eingeleitet. Das SFO ist in Grossbritannien für schwere Betrugsfälle zuständig. Die englische Zeitung «Guardian» berichtete ausserdem in ihrer Online-Ausgabe am Freitag, dass die Londoner Polizei schon in einer «frühen Phase» in die aktuellen Untersuchungen involviert gewesen sei. Nicht zuletzt deshalb, weil die beiden englischen Banken HSBC und Barclays sowie ein Hersteller von Luxusjachten in den Akten auftauchten.

In den Anklageschriften gegen die Fifa-Funktionäre, die am Mittwoch präsentiert wurden, tauchten auch die Namen von drei Schweizer Banken auf: Neben der UBS und Julius Bär auch der Schweizer Ableger von Hapoalim. Hapoalim ist das grösste israelische Geldinstitut. Es ist die Rede von hohen Geldbeträgen, die auf die Konten von Sportvermarkter und Privatpersonen geflossen seien sollen mit dem Ziel, die Herkunft der Gelder zu verschleiern. Auch Tarnfirmen in Panama wurden zwischengeschaltet.

Die betroffenen Banken nehmen auf Anfrage zu den Verfahren sowie den möglichen Kundenbeziehungen keine Stellung. Bekannt ist, dass auch die Bundesanwaltschaft bereits am Mittwoch mehrere Konten gesperrt hat. Auch hierzu gibt es keinen Kommentar vonseiten der Banken.

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