Nahost

Im Gazastreifen tragen jetzt sogar Esel Schutzmasken

Schlecht vorbereitet: der Gazastreifen.

Schlecht vorbereitet: der Gazastreifen.

Kaum ein Gebiet ist so isoliert wie Gaza. Trotzdem ist das Virus eingedrungen. Es droht ein Horrorszenario.

«Die Angst hier ist wie im Krieg», schreibt der Fotoreporter Mohamed al-Zaanoun: «Nur, dass der Angreifer unbekannt ist.» Bis Sonntag hatten die Menschen im palästinensischen Gaza noch Hoffnung, dass der Küstenstreifen von Corona verschont bleibt. Kaum ein Gebiet der Welt ist so hermetisch abgeriegelt wie Gaza, das sich seit 2007 unter israelischer Blockade befindet. Jetzt sind aber auch hier zwei Coronafälle bestätigt. Die Angst der Bevölkerung ist riesig. Märkte und Moscheen sind geschlossen. Selbst Eseln werden Masken aufgesetzt.

1,8 Millionen Menschen leben auf einer Fläche des Kantons Schaffhausen zusammen. Die medizinische Versorgung ist schlecht. Sollte es im Gazastreifen zu einem Ausbruch der Krankheit kommen, wären die Auswirkungen fatal. Seit Jahren warnen Hilfswerke, dass das Gesundheitssystem des Gazastreifens am Rande des Zusammenbruchs steht. Vergangene Woche wurde ein Feldkrankenhaus aus Zelten aufgebaut, mit sechs Betten für Intensivversorgung und 30 Betten für moderate Fälle. Kommts zum Ausbruch, wird das nirgendwo hinreichen. (jpo)

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