Korruption

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy muss heute vor den Richter: Es wird nicht das letzte Mal sein

Ungemütliche Tage für Nicolas Sarkozy.

Ungemütliche Tage für Nicolas Sarkozy.

Gleich drei Korruptionsaffären hat der Republikaner am Hals. Seine politischen Ambitionen hat er aber noch nicht begraben.

Nicolas Sarkozy, Frankreichs Präsident von 2007 bis 2012, muss sich ab heute vor einem Pariser Gericht wegen Bestechung verantworten. Der 65-Jährige soll einem Magistraten einen Justizjob in Monaco versprochen haben – im Gegenzug zu vertraulichen Auskünften über den Verfahrensstand in der so genannten Bettencourt-Affäre (die l’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt soll Sarkozy illegale Spenden bezahlt haben). Erstmals überhaupt sitzt damit ein einstiger französischer Präsident wegen Korruption auf der Anklagebank.

Sarkozy hat noch drei weitere Affären am Hals. 2021 könnte er vor Gericht kommen, weil er in der Präsidentschaftskampagne 2012 bei den Ausgaben schummelte. Zudem soll er bei der Manipulation der Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar mitgewirkt haben.

Tritt er 2022 in Macrons Fussstapfen?

Politisch zieht Sarkozy bei den konservativen «Républicains» immer noch viele Fäden. Viele wollen ihn zu einer Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2022 überreden. Die Justizaffären dürften das erschweren.

Der quirlige Ehemann der Sängerin Carla Bruni, der als Promiredner, Buchautor und Lobbyist der Luxusgüterbranche viel unterwegs ist, steht auf gutem Fuss mit Präsident Emmanuel Macron. Und Pariser Medien vermuten einen Deal: Sarkozy überlässt das Feld Macron, erhielte aber seinen Segen, wenn der amtierende Präsident aus welchen Gründen auch immer 2022 nicht selber antreten könnte.

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