"Wir haben eine gesicherte demokratische Tradition und gerade das macht die Ukraine als europäischen Staat aus", sagte der Amtsinhaber bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Kiew. Die durch einen blutigen Konflikt im Osten geprägte Ex-Sowjetrepublik solle weiter den Weg der Reformen beibehalten, sagte der 53-Jährige, der von seiner Frau, seinen Kindern und einem Enkel in das Wahllokal begleitet wurde.  

Herausforderer Wolodymyr Selenskyj zeigte sich seinerseits optimistisch, die Stichwahl zu gewinnen. "Alles wird gut werden. Das wird schon", sagte er gut gelaunt bei der Stimmabgabe. "Ich hoffe, dass es ein Sieg fairer Wahlen wird."

Selenskyj war am Sonntag mit seiner Frau ins Wahllokal in Kiew gekommen, wo sich Dutzende Journalisten um den Kandidaten drängten. "Ich fahre jetzt zu meinem Wahlstab. Dann sehen wir ja am Abend, wie die Wahlergebnisse aussehen", sagte er als er das Wahllokal nach wenigen Minuten wieder verliess.

Selenskyj führt in Umfragen deutlich

Rund 30 Millionen Wähler sind aufgerufen, sich zwischen Poroschenko und Selenskyj zu entscheiden. Der Schauspieler führte die zuletzt veröffentlichten Umfragen mit rund 70 Prozent der Stimmen an.

Poroschenko kritisierte seinen Herausforderer jedoch mehrfach als unerfahrenen Populisten. Beide Kandidaten stehen für einen prowestlichen Kurs in Richtung EU und Nato.

"Es ist sehr wichtig, dass bei der Wahl der Verstand Oberhand behält", sagte Poroschenko, dem eine dramatische Niederlage droht. Beide Kontrahenten hatten sich einen hitzigen Wahlkampf geliefert. Dabei war es unter anderem zu Drogentests und einem Rede-Duell im Kiewer Olympia-Stadion gekommen.

"Das kann schon scherzhaft und lustig sein. Aber danach sollte es nicht schmerzhaft werden", mahnte der Amtsinhaber. "Ich verlasse mich auf die Weisheit des ukrainischen Volkes."

Selenskyj konterte im Wahllokal: "Heute habe ich für einen würdigen Menschen im Amt gestimmt." Er versprach, die Korruption in dem verarmten Land im Falle eines Wahlsieges bekämpfen zu wollen.