Flüchtlinge - EU

EU-Aussenminister beraten über Flüchtlinge

Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz bei seiner Ankunft zum informellen EU-Ministertreffen in Luxemburg

Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz bei seiner Ankunft zum informellen EU-Ministertreffen in Luxemburg

Die Flüchtlingskrise hat den zweiten Tag das informellen Treffens der EU-Aussenminister in Luxemburg dominiert. Der Ruf nach einem Sondertreffen wird laut.

Zu den Gesprächen in Luxemburg waren auch die westlichen Balkanstaaten eingeladen, da derzeit tausende Flüchtlinge versuchen, auf der Balkanroute nach Westeuropa zu gelangen.

In der EU wird der Ruf nach einem Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs laut. Der österreichische Aussenminister Sebastian Kurz sprach sich etwa dafür aus.

Sein slowakischer Kollege Miroslaw Lajcak sagte: "Wir wären sicherlich dafür. Wenn wir bis Mitte Oktober warten, könnte das zu spät sein." Neben einem Sondergipfel ist auch von einem Doppeltreffen der EU-Aussen- und Innenminister die Rede, welches den Gipfel vorbereiten könnte.

Österreichs Aussenminister Kurz sagte am Samstag vor Beginn des Treffens, der mazedonische Aussenminister Nikola Poposki habe gerade erklärt, dass jeden Tag tausende Flüchtlinge von Griechenland nach Mazedonien strömten, um weiter nach Österreich, Deutschland und Schweden zu ziehen. Diese Zahlen würden gerade massiv ansteigen.

"Jeder, der glaubt, dass man dieses Problem aussitzen kann, der irrt sich", sagte der Österreicher. Auch im Winter seien weniger Flüchtlinge nur über die Mittelmeerroute, nicht aber über die Balkanroute zu erwarten.

Schuldzuweisung

Ungarn hingegen gibt der EU die Schuld an der dramatischen Entwicklung der Flüchtlingskrise: "Was in Ungarn seit vergangener Nacht passiert ist, ist die Folge von zweierlei. Erstens der gescheiterten Migrationspolitik der EU und zweitens einer Serie von unverantwortlichen Erklärungen europäischer Politiker", sagte Aussenminister Peter Szijjarto.

In der Nacht von Freitag auf Samstag stellte Ungarn Busse bereit, um mehrere tausend Flüchtlinge an die österreichische Grenze zu bringen. Denn in der ungarischen Hauptstadt Budapest hatten sich diese zu Fuss auf der Autobahn in Richtung Westen auf den Weg gemacht, da ihnen die Weiterreise in Zügen verweigert wurde.

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