Skripal-Fall

Die Russen präsentieren die Skripal-Attentäter – als unschuldige Touristen

«A. Petrow» und «R. Boschirow».

«A. Petrow» und «R. Boschirow».

Die beiden Verdächtigen im Skripal-Fall sind aufgetaucht. In einem Interview mit der «Russia Today»-Chefredaktorin erklären sie, dass sie nur gewöhnliche Touristen seien. Man wird den Verdacht nicht los, dass das Ganze inszeniert ist.

Ein halbes Jahr nach dem Attentat auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia hat die britische Polizei vergangenen Mittwoch zwei Verdächtige benannt: Es handelt sich demnach um Russen, die Pässe auf die Namen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow nutzten.

Die Verdächtigen Ruslan Boschirow (l.) und Alexander Petrow (r.).

   

Gut eine Woche nachdem die beiden Verdächtigen öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben wurden, meldete sich nun der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch zu Wort. Er hoffe, dass sich die beiden bald melden würden.

Putin hofft, dass sich die beiden melden

Mit einem Lächeln im Gesicht sagte Putin, die beiden seien natürlich Zivilisten und man hoffe, dass sie ihre Geschichte erzählen könnten. Und siehe da:

Kaum einen Tag später meldeten sich Petrow und Boschirow angeblich von sich aus beim staatlichen russischen TV-Sender RT, um das Missverständnis aus dem Weg zu räumen. 

Übersetzte Auszüge aus dem Interview

Die beiden wirken ziemlich gestresst und nervös. Die Moderatorin spricht sie darauf an. Petrow fragt zurück:

Auf die Frage, was die beiden denn in Salisbury gemacht hätten, antworten sie, dass ihnen Salisbury von Freunden empfohlen wurde. Simonjan fragt ungläubig nach: «Salisbury?» Nach einer Pause antwortet dann Boschirow wie auswendig gelernt:

Doch die beiden Russen verstricken sich in Widersprüchen. Sie seien nur eine halbe Stunde in Salisbury gewesen, gaben sie zu Protokoll.

Das Wetter sei schlecht gewesen – zu viel Schnee – und darum nahmen sie stattdessen wieder den Zug zurück nach London. Vielleicht sei man auch am Haus von Sergej Skripal vorbeigekommen.

Dumm nur, dass an jenem Tag gar kein Schnee auf den Strassen von Salisbury lag – jedenfalls nicht auf den publizierten Aufnahmen. Dumm ebenfalls, dass das Haus Skripals in der entgegengesetzten Richtung von der Kathedrale lag.

Anscheinend gibt es aber Widersprüche in den Aussagen

Der britische Autor, Historiker und Journalist Guy Walters weist auf diese Widersprüche hin.

 Nach dieser PR-Offensive der Russen ist man sich nun in England im Klaren darüber, dass die russische Regierung nicht an einer transparenten Aufklärung des Attentats interessiert ist. (jaw)

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