Kommentar

Die AfD legt im deutschen Osten massiv zu – rückt das vorzeitige Ende der Ära Merkel näher?

AfD-Wahlparty in Sachsen: Beatrix von Storch (Bundesvorstand) jubelt mit Jörg Urban (Spitzenkandidat in Sachsen) und Jörg Meuthen (Bundesvorsitzender der AfD).

Die erstarkende AfD in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen und Brandenburg bedeutet zwar nicht das Ende der Ära Merkel . Die «Grosse Koalition» aus SPD und CDU ist aber angezählt. Der Kommentar.

Das Bild kennt man: In Deutschland sind Landtagswahlen und in Berlin müssen die Parteioberen von CDU und SPD Wahlverluste erklären. Diesen Sonntag wurden die Brandenburger und Sachsen zur Urne gerufen. Immerhin konnte der Super-GAU für die beiden Regierungsparteien verhindert werden: Die Alternative für Deutschland (AfD) ist nicht stärkste Kraft im Osten geworden. Nichtsdestotrotz haben die Rechtskonservativen vor allem dank Protestwählern deutlich zugelegt – auf Kosten von SPD und CDU. Die AfD holt in beiden Bundesländern ihr bisher bestes Ergebnis und ist neu zweitstärkste Kraft. Der im Osten dominante rechte Flügel der AfD dürfte – gestärkt durch den Wahlerfolg – versuchen, bei der Bundes-AfD den Ton anzugeben.

Die Wahl hat weitreichende Auswirkungen. Während bei der SPD der Wunsch steigen wird, die Koalition zu verlassen, gerät auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer unter Druck. Die Saarländerin hat nach einem pannenreichen Start bei den Konservativen ohnehin einen schweren Stand. Die Wahlverluste und vor allem die massiven Zugewinne für die AfD schwächen ihre Position weiter.

Die Berliner Regierungskoalition ist angezählt. Das muss noch nicht das vorzeitige Ende der Ära Merkel bedeuten – aber die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht sich. Die Zeiten in Europa sind unruhig. Aus Deutschland, dem Stabilitätsanker der EU, kommen keine Signale der Beruhigung.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1