Bei der Beerdigung in einem Vorort von São Paulo wurde er von rund 500 Anhängern mit Applaus empfangen. Nach rund zwei Stunden flog Lula in das Gefängnis in Curitiba im Bundesstaat Paraná zurück.

Der siebenjährige Arthur Araújo Lula da Silva war nach Angaben von Lulas Arbeiterpartei an einer Hirnhautentzündung gestorben. Er wurde am Samstag auf einem Friedhof im Bundesstaat São Paulo beigesetzt.

Mit Applaus empfangen

Bei seiner Ankunft dort wurde Lula, bewacht von dutzenden bewaffneten Militärpolizisten, von rund 500 Anhängern mit Applaus empfangen. Sie riefen "Lula, Kämpfer für das brasilianische Volk" und forderten seine Freilassung.

Nach Angaben eines Teilnehmers, der mit der Nachrichtenwebsite G1 sprach, hielt Lula unter Tränen eine kurze Ansprache im Krematorium. "Er sagte, wie Arthur in der Schule gemobbt worden sei, wo Mitschüler seinen Grossvater als Dieb bezeichneten". Er habe seinem Enkel, der ihn zwei Mal im Gefängnis besucht hatte, versprochen, "mit allen Mitteln dafür zu kämpfen, dass die Justiz seine Unschuld anerkennt."

Zu der Beerdigung hatten sich viele Weggefährten Lulas versammelt, darunter auch Ex-Präsidentin Dilma Rousseff. Der 73-Jährige sei "sehr traurig" und "niedergeschlagen" wegen des Todes seines Enkels, hatte zuvor Parteichefin Gleisi Hoffmann nach einem Besuch bei Lula im Gefängnis berichtet.

Beerdigung von Bruder verpasst

Ende Januar hatte Lula die Beerdigung seines Bruder Genival Inácio da Silva verpasst. Sein Antrag auf Ausgang wurde zunächst abgelehnt. Die Bundespolizei erklärte, sie verfüge wegen der Dammbruch-Katastrophe in Brumadinho nicht über die erforderlichen Transportmittel und Einsatzkräfte.

Das Oberste Gericht gewährte Lula zwar schliesslich Ausgang, die Beerdigung des 79-Jährigen war zu diesem Zeitpunkt aber bereits beendet.

Der in Brasilien nach wie vor populäre Linkspolitiker Lula sitzt seit April im Gefängnis, wo er eine zwölfjährige Strafe wegen Korruption verbüsst. Er war schuldig gesprochen worden, von dem in den Petrobras-Skandal verwickelten Baukonzern OAS begünstigt worden zu sein.

Lula beteuert seine Unschuld und spricht von einem "Komplott", das seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Oktober verhindern sollte. Aus der Wahl ging der rechtsradikale Politiker Jair Bolsonaro als Sieger hervor, der seit Anfang des Jahres die Geschicke des grössten lateinamerikanischen Landes lenkt.