US-Präsident Barack Obama hat die neue ägyptische Militärregierung zu demokratischen Reformen aufgerufen. Die neue Führung in Kairo müsse "glaubwürdig den Weg zu freien und fairen Wahlen ebnen", sagte Obama am Freitag im Weissen Haus.

"Die Menschen haben klar gemacht, dass sie nichts weniger als eine echte Demokratie akzeptieren werden", sagte der Präsident weiter.

Obama würdigte das Vorgehen der ägyptischen Streitkräfte als "patriotisch und verantwortungsvoll". Er stellte eine Reihe von Forderungen an die neue Führung: Sie müsse die Bürgerrechte schützen, den Ausnahmezustand aufheben sowie die Verfassung reformieren, "um diesen Wandel unumkehrbar zumachen".

In der Übergangsphase müssten "alle Stimmen Ägyptens mit an den Tisch gebracht werden". Der Präsident hob insbesondere die Gewaltlosigkeit und "menschliche Würde" hervor, mit denen die Opposition den Wandel bewirkt habe. "Ägypten hat uns inspiriert", sagte Obama.

Erleichterung im Westen

Aus dem Ausland gab es erste Reaktionen. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, gab sich von einer positiven Zukunft des Landes überzeugt. Irans Aussenminister Ali Akbar Salehi gratulierte dem ägyptischen Volk zu seinem "Sieg".

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte freie Wahlen in Ägypten. EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton äusserte Respekt für den Schritt Mubaraks. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sprachen von einem "historischen" Augenblick.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem "historischen Wandel". Der britische Premierminister David Cameron bot den Menschen in Ägypten Hilfe an. Die Schweiz rief alle beteiligten Parteien dazu auf, im Interesse des Landes friedlich zusammenzuarbeiten.

Bundesrat blockiert mögliche Mubarak-Gelder

Weiter sperrt der Bundesrat allfällige Gelder des zurückgetretenen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und dessen persönlichen Umfelds. Das sagte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey am Freitag während eines Arbeitsbesuchs in Madrid.