Zurzibiet
Radprofi Silvan Dillier fährt mit Schnauz für einen guten Zweck – besonders das Thema Suizid ist ihm dabei wichtig

Der Schneisinger engagiert sich für den Aktionsmonat «Movember». Dafür reisen Velofahrerinnen und Velofahrer aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland am Samstag nach Baldingen auf den Zimberihof.

Stefanie Garcia Lainez
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Jonas Elmallawany (v.l.), der mit Manuel Voit (nicht auf dem Bild) hinter "Movember Baden" steht, Silvan Dillier und Dominik Binder vom Zimberihof in Baldingen.

Jonas Elmallawany (v.l.), der mit Manuel Voit (nicht auf dem Bild) hinter "Movember Baden" steht, Silvan Dillier und Dominik Binder vom Zimberihof in Baldingen.

zVg

Im November lassen sich Männer auf der ganzen Welt einen Schnurrbart wachsen für einen guten Zweck. Darunter auch der Schneisinger Radprofi Silvan Dillier. Für die Movember-Aktion – ein Wortspiel mit moustache, dem englischen Wort für Schnauz, und November – lädt er am Samstag zu einem Charity Ride.

Der Anlass ist Teil der Aktion «Movember Baden», die sich erstmals über die Bezirksgrenzen hinweg für die Männergesundheit einsetzt. Das Ziel der Aktion: auf Suizid bei Männern sowie männertypische Krankheitsbilder wie Prostata- und Hodenkrebs sensibilisieren und die Forschung sowie die Prävention mit Spenden unterstützen.

«Movember» ins Leben gerufen hat 2003 eine Gruppe junger Australier. Inzwischen hat sich der Aktionsmonat, an der sich nicht nur Männer, sondern auch Frauen beteiligen können, auf der ganzen Welt etabliert. Manuel Voit und Jonas Elmallawany, die hinter «Movember Baden» stehen, liessen sich 2018 erstmals einen Schnauz wachsen, um auf den Aktionsmonat aufmerksam zu machen. Denn Suizid oder Hodenkrebs ist in ihrem Bekanntenkreis kein unbekanntes Thema.

«Wir kennen beide Betroffene oder Angehörige», sagt Manuel Voit. 2019 lancierten sie ihren ersten eigenen Anlass in der Mittleren Gasse und nahmen etwas über 1000 Franken zu Gunsten der Movember Foundation ein. Wegen Corona verlagerten sie ihren Spendenaufruf ein Jahr später fast ganz in die sozialen Medien – rund 2350 Franken kamen zusammen.

Im dritten Jahr findet «Movember Baden» jedes November-Wochenende statt

Für ihre dritte Ausgabe haben sich Manuel Voit und Jonas Elmallawany nun etwas Besonderes einfallen lassen. Zum einen sammeln sie nun jedes Wochenende «Aufmerksamkeit und Spenden für die Väter, Brüder und Söhne», wie sie auf ihrer Website schreiben.

So findet am 13. November in der Henry’s Sportsbar ein Jassturnier statt, eine Woche später sorgt «Eliot the guitar man» in der Bistro Bar für Unterhaltung. «Die Veranstalter stellen die Events selbst auf die Beine, wir von ‹Movember Baden› bieten sozusagen das Dach dafür», sagt Manuel Voit.

Zum anderen expandieren sie diesen Samstag erstmals ins Zurzibiet: mit dem Dillier Classic Charity Ride, der auf dem Zimberihof in Baldingen startet.

Besonders die Suizidprävention ist Silvan Dillier wichtig

Beim Plauschrennen Dillier Classic fahren jeweils ein Mal im Jahr ambitionierte Hobby-Velofahrer mit bekannten Radprofis. In diesem Jahr war beispielsweise nebst Organisator und Tour-de-France-Teilnehmer Silvan Dillier unter anderem Olympiasieger Fabian Cancellara am Start. Auch auf der Velotour am Samstag führt der Schneisinger durch das Zurzibiet.

Dafür reisen die Teilnehmenden mit Mountainbikes, Gravelbikes oder E-Mountainbikes aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland nach Baldingen. Wegen Corona ist die Anzahl Velofahrer auf 50 beschränkt.

Schon im vergangenen November liess sich Silvan Dillier einen Schnauz wachsen und teilte das Foto dazu mit seinen fast 30'000 Followern in den sozialen Medien:

In diesem Jahr beteiligt sich der amtierende Schweizer Meister nun aktiv an der Wohltätigkeitsaktion. Das Thema Männergesundheit sei ihm wichtig.

«Insbesondere die Suizidprävention, die oft mit Depressionen verlinkt ist», sagt er. Arbeitskollegen, aber auch schon er selbst, hätten schwierige Momente erlebt. Glücklicherweise habe er in solchen Situationen den Weg jeweils wieder gefunden. «Es gibt aber auch Menschen, die das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen, was im Extremfall im Suizid enden kann.»

Dabei gebe es immer einen Ausweg, ist Silvan Dillier überzeugt. «Mit entsprechender Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld oder mit professioneller Hilfe.» Genau dafür möchte er mit seinem Charity Ride sensibilisieren und damit seinen Teil beitragen.

Radprofi hofft 2022 auf mehr Frauen am Start

Rund anderthalb Stunden führt Silvan Dillier zusammen mit sechs weiteren Guides durch das idyllische Zurzibiet. Eine weitere Ausgabe im kommenden Jahr schliesst der Radprofi nicht aus. «Wichtig ist einfach, dass der Anlass unkompliziert und gemütlich bleibt. Das Hauptziel ist Spass zu haben und möglichst viel Geld für die Stiftung zu sammeln», sagt er und ergänzt: «Es wäre schön, dann noch mehr Frauen am Start zu haben.»

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