Region
Daniel Düsentrieb gesucht: Zurzibieter Wirtschaft lanciert Innovationspreis – und gibt Verkehrsstudie in Auftrag

Das Wirtschaftsforum Zurzibiet will die Erfindung von neuen, herausragenden Produkten und Dienstleistungen ankurbeln – und hat eine Verkehrsstudie in Auftrag gegeben, um die Region besser anbinden zu können.

Stefanie Garcia Lainez
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Im Zurzibiet befinden sich mehrere grössere Industrie- und Gewerbeareale. Eines davon befindet sich in Döttingen neben dem Bahnhof.

Im Zurzibiet befinden sich mehrere grössere Industrie- und Gewerbeareale. Eines davon befindet sich in Döttingen neben dem Bahnhof.

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Das Wirtschaftsforum (WFZ) ist auf der Suche nach einem Zurzibieter Daniel Düsentrieb – oder zumindest nach jemandem, der ein innovatives Produkt oder eine herausragende Dienstleistung auf den Markt bringt. Made in Zurzibiet, versteht sich. Das hat das Wirtschaftsforum an der 23. Generalversammlung diese Woche vor rund 100 Vertreterinnen und Vertretern des Gewerbes und der Politik angekündigt.

«Wir wollen damit Innovationen im Zurzibiet fördern», sagt René Utiger, Präsident des Wirtschaftsforums, das sich als Netzwerkorganisation der regionalen Gewerbevereine versteht.

René Utiger.

René Utiger.

Sandra Ardizzone

Von August bis Ende November können sich natürliche und juristische Personen aus dem WFZ-Einzugsgebiet bewerben. Im Frühling 2023 wird ein erstes Mal eine Zurzibieterin oder ein Zurzibieter für seine aussergewöhnliche Idee gekürt, die einen Mehrwert für die Region schafft. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Nebst der Innovation möchte das Wirtschaftsforum auch aktiv die bessere Verkehrsanbindung der Region fördern. Im Rahmen des Regionalen Gesamtverkehrskonzepts Ostaargau wurde eine Bachelorarbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Auftrag gegeben, um Auswirkung der Verkehrsanbindung für die lokale Wirtschaft zu analysieren. Mitte August sollen die Resultate bekannt sein.

Das Gesamtverkehrskonzept soll das Zentrum Brugg-Windisch vom Durchgangsverkehr entlasten und das Untere Aaretal besser an die Autobahn anbinden. 2021 hob der Grosse Rat wichtige Infrastrukturelemente im Richtplan auf die Stufe Festsetzung an. Der Kanton startete die Vertiefungsarbeiten. Im Raum Baden-Wettingen dagegen bleiben die grossen Infrastrukturen im Richtplan auf der Stufe Zwischenergebnis. Mit den betroffenen Gemeinden werden gemeinsam weitere Abklärungen getroffen.

Die Zurzibieter Unternehmen haben die Pandemie bisher gut überstanden

Wie alle Unternehmen fordert die Pandemie auch die Zurzibieter Betriebe. An der Generalversammlung wurden nochmals die Ergebnisse einer Umfrage bei den rund 700 WFZ-Mitgliedern präsentiert:

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Diese sind erfreulich: Eine grosse Mehrheit beurteilte das Geschäftsjahr 2020 als sehr positiv (18 Prozent), eher positiv (38 Prozent) oder gleichbleibend (22 Prozent). 18 Prozent beklagten ein eher negatives Jahr, nur 9 Prozent ein sehr negatives. Vor allem die Gastrobranche, die Fitnesscenter oder Coiffeurläden litten unter der Pandemie.

Welche Herausforderungen auf das Gewerbe zukommen

Nebst Corona stehen die Zurzibieter Gewerbetreibenden vor weiteren Herausforderungen für die Zukunft. So macht sich der Fachkräftemangel immer stärker bemerkbar, vor allem im Handwerksbereich. Ein Thema, das Regierungsrat Dieter Egli in seinem Referat an der Generalversammlung ansprach. Auch sind Lieferengpässe aus Fern Ost und steigende Preise wegen des Ukraine-Krieges vermehrt ein Problem.

«Ein Grossteil der Unternehmen im Zurzibiet hat die Coronakrise dank eigener Innovationen gut überstanden», sagt René Utiger. Der neu lancierte Preis soll dazu beitragen, dass das Gewerbe auch für die Zukunft bestmöglich gewappnet ist. «Denn es ist sicher ein entscheidender Faktor, wie sich Unternehmen im neuen Marktfeld positionieren können.»