Traditionsunternehmen
Franz Carl Weber hat sein Zentrallager in Kleindöttingen: Hier lagern 250’000 Spielsachen

Franz Carl Weber führt sein Zentrallager in Kleindöttingen – der Geschäftsführer erklärt die Vorteile des Standorts. Und spendet dem Kinderspital Zürich zusammen mit dem Lions Club Zürich dringend nötige Spielsachen.

Stefanie Garcia Lainez
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Franz Carl Weber hat sein Zentrallager in Böttstein
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Der Spielwarenhändler Franz Carl Weber spendet mit dem Lions Club Zürich dem Kinderspital Spielsachen. Bild: Alex Spichale
Die gespendeten Spielsachen werden in Kisten verpackt...
... und ins Auto verladen.
Das Zentrallager befindet sich in der Industriezone von Böttstein. Bild: Alex Spichale
Viel los im Lager, gerade vor Weihnachten. Bild: Alex Spichale
Franz Carl Weber zügelte sein Lager 2019 ins Zurzibiet.
Zwischen 17 bis 50 Mitarbeitende unterstehen dem Lagerchef, je nach Saison.
Die Halle ist gefüllt mit Spielsachen.
In Böttstein befindet sich auch ein Verkaufsladen.

Franz Carl Weber hat sein Zentrallager in Böttstein

AZ

Eine Viertelmillion Spielsachen lagern mitten im Industriegebiet von Kleindöttingen, wenige hundert Meter vom Klingnauer Stausee entfernt. Fast schon unscheinbar reiht sich das Zentrallager des Zürcher Traditions- unternehmens Franz Carl Weber seit Frühling 2019 zwischen Dekoartikelhändlern, Holzverwertern und Maschinenherstellern ein.

Gestern hat der CEO des Spielwarenhändlers das Lager besucht: Roger Bühler und Vertreter des Lion Clubs Zürich haben 125 Spielsachen im Wert von 5000 Franken an das Kinderspital Zürich übergeben.

Roger Bühler kennt den Böttsteiner Ortsteil schon aus seiner Zeit bei Digitec Galaxus, wo er bis zu seinem Wechsel zum Spielwarenhändler Anfang Jahr für den Ausbau des Filialnetzes verantwortlich war. In Kleindöttingen unterhielt Digitec bis zum Umzug nach Wohlen im Sommer 2009 das Zentrallager mit Verkaufsladen.

«Ich habe dank meiner früheren Position bei Digitec beste Erinnerungen an Kleindöttingen», sagt Bühler. Dass das fast 140 Jahre alte Unternehmen sein Zentrallager von Urdorf mitten ins Zurzibiet verlegte, hat aber nichts mit Bühlers Vergangenheit bei Digitec zu tun. «Wir haben hier eine moderne Infrastruktur, ein gutes Kosten-Leistungs-Verhältnis und Vorteile bei der Personalrekrutierung.»

Wie Digitec früher hat auch Franz Carl Weber einen Verkaufsladen in Kleindöttingen, der zurzeit fünf Tage die Woche offen hat. Der Spielwarenhändler beschäftigt im Lager und seiner 21. Filiale unter dem Jahr 17 Mitarbeitende, von Oktober bis Dezember bis 50 Mitarbeitende.

Spielsachen für das Kinderspital gespendet

Pro Jahr realisiert das Unternehmen zwei bis drei Spendenaktionen. Das Kinderspital in Zürich kam aufgrund der Pandemie dieses Jahr zwei Mal zum Zug. Denn um das Coronavirus nicht zu verbreiten, dürfen die Kinder die Spielsachen nicht miteinander teilen oder dem nächsten Patienten weitergeben. Im Frühling übergaben Franz Carl Weber und der Serviceklub Lions Club Zürich dem Spital deshalb Spielsachen im Wert von 5000 Franken.

«Damals durften die Kinder die von ihnen benutzten Spielsachen mit nach Hause nehmen», sagt Roger Bühler. «Dieses Mal läuft es anders: Die Abteilungen des Kinderspitals brauchen dringend Spielsachen, um die Kinder sinnvoll über einen längeren Zeitraum zu beschäftigen.» Wiederum werden 5000 Franken gespendet, der Durchschnittspreis der einzelnen Spielsachen wie Puppen, Puzzles, Autos oder Holzspielzeuge ist aber höher.

Der Gründer des Spielwarenhändlers, Franz Philipp Karl Friedrich Weber, stammte aus Fürth in Bayern. Mit 24 Jahren begab er sich auf Wanderschaft und blieb schliesslich bei seinem Bruder in Zürich. 1881 gründete er sein Spielwarengeschäft an der Bahnhofstrasse. Sein Sohn und danach sein Enkel führten das Geschäft nach seinem Tod 1948 weiter.

1984 übernahm Denner das Unternehmen, 2006 die französische Ludendo-Gruppe. Seit zwei Jahren gehört das Unternehmen der FCW Group, Verwaltungsratsmitglied ist unter anderem FDP-Nationalrat und Digitec-Mitgründer Marcel Dobler.