Zurzibiet
Flusspegel sind hoch, noch gibt es aber keine Überschwemmungen

Das Regionale Führungsorgan RFO Zurzibiet beobachtet die Pegelstände der Flüsse in der Region. Sie sind hoch, die Lage aber nicht kritisch. Ein Gewitterregen könnte Erdrutsche auslösen. Auch die randvollen Juraseen könnten ein Problem werden.

Nadja Rohner
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Schon 2012 passierten riesige Wassermengen das Kraftwerk beim Stausee.

Schon 2012 passierten riesige Wassermengen das Kraftwerk beim Stausee.

Die teils massiven Regenfällen der letzten Tage halten die Einsatzkräfte landauf landab auf Trab. Im Zurzibiet ist die Situation aber ruhig. «Bei uns sind die Pegel von Aare und Rhein im Moment unter den kritischen Schwellenwerten», sagt Roland Indermühle, Chef des Regionalen Führungsorgans RFO Zurzibiet. Er geht davon aus, dass dies auch so bleibt. «Wir müssen aber die Niederschläge in den kommenden Tagen abwarten – bei Gewittern können die Pegel kurzfristig schnell ansteigen. Die Hochwasserlage im Zurzibiet ist noch nicht vorbei.»

Bei der Döttinger Badi ist die Aare am Montag über das Ufer getreten. Einige Parkplätze sind überflütet.

Bei der Döttinger Badi ist die Aare am Montag über das Ufer getreten. Einige Parkplätze sind überflütet.

Feuerwehr Döttingen-Klingnau-Koblenz

Die Bevölkerung wird daher gebeten, sich von Flüssen und Ufern fernzuhalten und bei drohenden Überschwemmungen mobile Gegenstände oder Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen. Das RFO informiert laufend via www.bevs-zurzibiet.ch.

Zwei Dinge muss das RFO im Moment besonders im Auge haben. Da sind einerseits die lokalen Niederschläge – vor allem gewittrige -, die Erdbewegungen oder Steinschläge auslösen könnten. Im grösseren Stil ist dies am Wochenende in Ennetbaden geschehen. Auch in Klingnau ging im Bereich der Steigstrasse rund ein Kubikmeter Fels ab. Verletzt wurde niemand. Im Zurzibiet gibt es weitere Hänge, die bei einem starken Gewitterregen rutschen könnten. Laut Indermühle existiert keine überregionale Datenbank, in der solche Gebiete verzeichnet wären, die Problemhänge seien aber den Gemeindebehörden bekannt. «Bei Bedarf können sich die Gemeinden an uns wenden. Wir beraten sie und vermitteln Geologen, welche die Gefahr vor Ort einschätzen können.»

Besondere Aufmerksamkeit schenkt das RFO auch den Pegelständen der Juraseen. Erst vor wenigen Stunden war die Hochwassergefahr am Thunersee auf die zweithöchste Warnstufe angehoben worden. Randvoll sind auch andere Gewässer im Berner Oberland, der Innerschweiz oder am Jura Südfuss. «Die Pegel werden nun von den dortigen Behörden gesenkt, indem mehr Wasser abgelassen wird. Das geschieht in Absprache mit den flussabwärtsliegenden Kantonen», so Indermühle. Denn: Wird der Pegel in einem der grossen Seen im Berner Oberland abgesenkt, erreicht das abfliessende Wasser laut Indermühle nach etwa 6-12 Stunden das Zurzibiet. «Die Herausforderung der nächsten Tage wird sein, die Absenkungen so kontrolliert durchzuführen, dass es flussabwärts nicht zu Hochwasserschäden kommt.»

Das Regionale Führungsorgan RFO Zurzibiet ist in stetigem Kontakt mit dem Kantonalen Führungsstab und beobachtet die Lage. Bei Katastrophen und Notlagen – wie eben Hochwassergefahr - beraten die Mitglieder des RFO die Gemeinderäte, schlagen Massnahmen vor und vollziehen die Entscheide der Gemeinderäte. Das RFO koordiniert die Einsätze der Partnerorganisationen, unterstützt die Einsatzleitung und übernimmt die logistische Koordination.

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