Er sorgt für Trinkwasser im Bassin

Olivier ist der neue Hauptbademeister des Regibads Zurzach, dem grössten des Bezirks.

Rosmarie Mehlin
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Bevor er Bademeister wurde, war Olivier 15 Jahre lang Wirt.

Bevor er Bademeister wurde, war Olivier 15 Jahre lang Wirt.

Bild: zvg

Schlank, braun gebrannt, das lange Haar im Nacken zusammengebunden: Olivier ist ein lässiger Typ, 50-jährig und Grossvater eines neunjährigen Lausbuben. Dem Hauptbademeister und technischen Leiter des Regibads Zurzach, dem grössten Freibad des Bezirks, hatte Corona einen erschwerten Start im neuen Job beschert. Am 1. März hatte Olivier – seinen Nachnamen will er nicht in der Zeitung lesen – seine neue Stelle angetreten. Aus der geplanten Einführungszeit von einem Monat waren 14 Wochen geworden – mit einem fulminanten Endspurt. «Die Bedingungen, die erfüllt werden mussten, um am 6. Juni eröffnen zu dürfen, waren sehr aufwendig», sagt er.

Kein Problem für Olivier. Er sei, so Regibad-Betriebsleiterin Monika Dietsche, «sehr gewissenhaft und ein Chrampfer». Nebst vier weiblichen und drei männlichen, auf Stundenlohn-Basis arbeitenden Bademeistern, ist Olivier als einziger mit einem 100-Prozent-Pensum angestellt. «Bademeister sein bedeutet nicht etwa nur unter einem Sonnenschirm am Beckenrand zu stehen», sagt Olivier. «Der Job ist vor allem technisch anspruchsvoll. Die Wasserqualität muss tagsüber mehrfach überprüft re­spektive die Frischwasser-, Chlor- und Schwefelsäure-Zugaben entsprechend reguliert werden. Als Chef trage ich die Hauptverantwortung.» Verschmutzt werde das Badewasser vor allem durch Sonnencreme und Hautschuppen, überdies entziehe die Sonne dem Wasser Chlor. «Hier im Regibad haben wir Trinkwasserqualität», hält der Chef stolz fest.

Der gelernte Kaufmann Olivier war 15 Jahre lang Wirt. «Vor sechs Jahren habe ich die Ausbildung zum Bademeister gemacht.» Er hat einen zehntägigen Kurs der «IG für Berufsausbildung von Fachleuten in Bade- und Eissportanlagen» absolviert und den Beruf anschliessend im Hallen- und Freibad Water World Wallisellen ausgeübt, bis er auf ein Inserat des Regibads Zurzach gestossen war.

Das Wasser ist so warm wie auf den Malediven

Nach einem genauen Einsatzplan sind er sowie seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen abwechselnd als Badewachen und mit Unterhaltsarbeiten beschäftigt. «Zu unseren Aufgaben gehört es auch, die Hausordnung durchzusetzen.» Ob in Wallisellen oder hier in Bad Zurzach – überall gebe es allerlei Arten von Gästen. «Müssen wir beispielsweise jemanden, der seinen Abfall liegen lässt mahnen, sind die Reaktionen sehr unterschiedlich. Manche entschuldigen sich, andere motzen. Grosse Mühe bereitet uns die sinnlose Zerstörungswut gewisser Jugendlicher.» So sei kürzlich das Wasser der Rutschbahn gestaut worden. «Sobald Aggressionen eskalieren, bieten wir die Kantonspolizei auf.»

Nachdem ab dem 26. Juni für die Badegäste neue Lockerungen eintraten, hatten Olivier und seine Mitarbeiter den Rückbau verschiedenster Corona-Massnahmen in kürzester Zeit bewerkstelligt. In den Garderoben dürfen sich weiterhin jeweils höchstens 14 Leute aufhalten; in den Bassins gibt es keine Begrenzung, im ganzen Bad dürfen 1000 Gäste statt zuvor nur 650 sein. «Seit vor kurzem das sanierte Freibad Tiengen wieder eröffnet wurde, haben wir weniger Gäste von ennet dem Rhein», so Betriebsleiterin Dietsche. Olivier aber fügt strahlend an: «Am vergangenen Mittwoch wurde erstmals die 1000er-Marke geknackt.» 27,5 Grad warm sei das Wasser an dem Tag gewesen. «Fast wie das Meer auf den Malediven.»

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