Unterendingen
Ehre für junge Künstlerin aus Unterendingen

Sechs Schweizer Kunststudenten werden jährlich von der Ernst-Göhner-Stiftung auserkoren und unterstützt – dazu zählt heuer auch Selina Lauener aus Unterendingen. 1200 Franken monatlich erhält die 26-jährige Studentin während eines Jahres.

Pirmin Kramer
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Ein Kreativkopf: Kunststudentin Selina Lauener. ZVG

Ein Kreativkopf: Kunststudentin Selina Lauener. ZVG

«Jetzt bin ich endlich nicht mehr finanziell von meinen Eltern abhängig», sagt sie. «Und es ist schon ein tolles Gefühl, dass meine Leistungen anerkannt werden.»

Besucher in Kunst einbeziehen

Selina Lauener nennt ihre Kunst «partizipative Installationen». «Viele Museen und Galerien gleichen Tempeln, in denen Menschen belehrt werden», sagt sie. «Ich aber möchte Ausstellungen so gestalten, dass die Besucher einbezogen werden und ihren Teil beitragen können.»

Konkret hat sie ihre Idee einer Gedankengarderobe umgesetzt: Statt Jacken deponierten Menschen bei einem Garderobenempfang ihre Gedanken, Lauener schrieb diese auf einen Zettel und heftete sie an Kleiderbügel. Eine weitere Idee, die sie umsetzte, war das Projekt «Entscheidungsbaustelle». Sie mietete eine Fläche in einem Einkaufscenter und deponierte Betonklötze, auf denen Besucher Fragen über ihre Entscheidungsprobleme formulieren konnten. Die Stolpersteine verteilte sie dann in der Stadt Bern.

Lauener studiert derzeit an der Hochschule der Künste in Bern, ein Semester hat sie in Düsseldorf absolviert. Ihre kreativen Ideen kommen nicht nur an den Schulen, sondern auch in der Kunstwelt gut an: Lauener erhielt bereits mehrere Aufträge, etwa vom Kunstmuseum Thun und vom Museum für Kommunikation in Bern. Und ihre Arbeiten gefielen den Juroren der Ernst-Göhner-Stiftung so gut, dass sie sich entschlossen, die junge Künstlerin finanziell zu unterstützen.

Networking ist entscheidend

Mit dem Stipendium ist eine Aufnahme in die schweizerische Studienstiftung verbunden. So profitieren Talente wie Lauener nicht nur finanziell, sondern zusätzlich von einem Förderprogramm. Sie werden individuell beraten und betreut. So soll ihnen die Möglichkeit geboten werden, ihren Horizont zu erweitern und sich breit zu vernetzen. «Gerade im Networking kann ich mich noch verbessern. Kontakte knüpfen zu können, das ist im Kunstbusiness enorm wichtig.»

Dass sie ihre Brötchen nach ihrem Studium als Kunstschaffende verdienen möchte, ist Selina Laueners grosser Wunsch. «Zwar habe ich viele Interessen, habe mich während meiner Kantonsschulzeit auch mit Naturwissenschaften beschäftigt.» Aber bereits als Kind hat Lauener viel gemalt und gezeichnet. «Mein Drang nach Kreativität war schon immer sehr gross.»

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