Coronamassnahmen
«Das ist für uns frustrierend»: Trotz sommerlichen Temperaturen bleibt die Dorfbadi in Fisibach vorerst zu

Die Umsetzung der Coronabestimmungen im kleinen Freibad bereitet der Gemeinde Fisibach Mühe. Wie andere Mini-Badis in der Region damit umgehen.

Stefanie Garcia Lainez
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Badi Fisibach

Badi Fisibach

Daniel Weissenbrunner / Aargauer Zeitung

Sommerliche 27 Grad Celsius locken am Samstag und Sonntag in die Badis. Nur: Die aktuellen Coronaregeln umzusetzen, kann insbesondere kleinen Freibädern Mühe bereiten. So bleiben in Fisibach die Tore geschlossen. Die maximal erlaubte Anzahl von 50 Personen zu überprüfen, sei aktuell nicht möglich, heisst es auf der Fisibacher Website. Der Gemeinderat entschied sich, die für Ende Mai geplante Eröffnung bis auf weiteres zu verschieben. Mellikon hingegen setzt erfolgreich auf ein Zutrittsmanagement.

«Dass wir noch nicht öffnen konnten, ist für uns frustrierend», sagt Gemeindeammann Roger Berglas. «Insbesondere, weil wir strengere Massnahmen beschlossen hatten, die dann für grosse Wellen sorgten.»

Zur Erinnerung: Das kleine Freibad ist in der Region beliebt und wurde regelrecht von Besuchern überrannt, was vor allem im vergangenen Jahr mit Beginn der Coronapandemie für Schwierigkeiten sorgte. Die 540-Einwohner-Gemeinde zog die Notbremse: Ab dieser Saison wird nur noch Einheimischen sowie der Bevölkerung aus den benachbarten Dörfern Weiach und Bachs Einlass gewährt, die sich am Unterhalt mit jährlich 1500 Franken finanziell beteiligen.

Die Gemeinde hat auf dieses Jahr den Zutritt beschränkt.

Die Gemeinde hat auf dieses Jahr den Zutritt beschränkt.

Daniel Weissenbrunner

Diese Nachricht sorgte für Aufsehen. «Aus den Nachbargemeinden hatten wir mehrere Anfragen für Ausnahmeregelungen», sagt Roger Berglas und ergänzt:

«Unser Problem ist, dass wir schlichtweg zu viele Gäste in unserer kleinen Badi haben. Sie ist eines der wenigen Angebote im Dorf und ist in erster Linie für die eigene Bevölkerung vorgesehen, weil der Platz gar nicht ausreicht für einen regionalen Ansturm.»

Die beschauliche Badi unweit des Rheins verfügt über ein 20 Meter langes und 11 Meter breites Schwimmbecken, über ein Kinderplanschbecken, einen Tischtennistisch und über sanitäre Anlagen. Ein Kiosk oder ein Restaurant wird nicht betrieben. Wer aufs Gelände gelangen will, braucht einen Schlüssel, der bei der Gemeinde gegen ein Depot von 100 Franken bezogen werden kann. Eintritt zahlt man nicht.

Badi kostet auch ohne Badmeister vier Steuerprozente pro Jahr

Zurzeit bleiben die Tore der kleinen Badi aber geschlossen – auch für die Fisibacherinnen und Fisibacher. «Wir hatten im vergangenen Jahr mehrmals Kontakt mit der Regionalpolizei, da zu viele Gäste sich in der Badi aufhielten», sagt Roger Berglas. In diesem Jahr möchte man dies vermeiden. Auch gelten neu fixe Vorgaben zur Kapazitätsgrenze, was im Sommer 2020 noch nicht der Fall war. Für kleine Dorfbadis sei die Personenkontrolle viel schwieriger durchführbar als für professionell geführte Freibäder wie das Regibad in Bad Zurzach.

Auch verfügt die Fisibacher Badi nicht über einen Badmeister. «Das ist für uns zu teuer. Die Badi kostet uns schon so vier Steuerprozente.» Auch könne es sich die Badi nicht leisten, ein Zählsystem anzuschaffen oder jemanden anzustellen, der die Anzahl Gäste überprüft. «Deshalb haben wir uns entschieden, entsprechende Lockerungen des Bundesrates abzuwarten.»

Im benachbarten Kaiserstuhl ist der Zutritt nur der Bevölkerung des Städtchens erlaubt. Und das schon seit über zehn Jahren. Gemäss Schutzkonzept sind maximal 40 Besucherinnen und Besucher im Freibad erlaubt, das über ein Schwimmbecken verfügt. Ob die Badi bereits geöffnet hat, ist der Website nicht zu entnehmen.

Mellikon öffnet die Badi für die Nachbargemeinden

In Mellikon befindet sich die dritte Badi im Rheintal. Seit vergangenem Jahr verfügt sie über ein elektronisches Schloss, das mit einem Batch geöffnet werden kann. Maximal 100 Personen dürfen sich gemäss aktueller Coronaregel im Freibad befinden. Die Umsetzung des Zutrittsmanagements habe sich bewährt, schreibt die Gemeinde auf ihrer Website:

«Es befanden sich nie zu viele Leute im Schwimmbad, selbst in der ersten Schulferienwoche und an sehr heissen Tagen nicht.»

In diesem Jahr steht das Freibad neu auch den Nachbargemeinden offen. Das sind nebst den Rheintal+-Gemeinden, die im kommenden Jahr zur Gemeinde Zurzach fusionieren, auch Siglistorf und Fisibach. Der Batch ist gegen ein Depot von 50 Franken am Schalter des Gemeindebüros Rekingen erhältlich.

Als einzige Badi verlangt jene in Full-Reuenthal auf der anderen Seite des Bezirks Eintritt, wobei Auswärtige etwas mehr zahlen. Eintrittskontrollen dürften hier wohl kaum ein Thema sein: An heissen Tagen befinden sich jeweils um die 100 Gäste in der Badi – gemäss Coronakonzept sind knapp 190 erlaubt.