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Zigarrenbaron Heinrich Villiger (90): Nicht das Coronavirus zwang ihn zum Home-Office, sondern ...

Zigarren-Villiger feierte seinen 90. Geburtstag: «Ich bin kein Freund von Home Office»

Führt ein Büro ohne Computer und Smartphone: Zigarren-Patron Heinrich Villiger.

Heinrich Villiger feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag. Trotz des hohen Alters arbeitet er täglich in seiner Firma. Im «TalkTäglich» spricht er über seine Firma, seinen Geburtstag und den Alltag im Homeoffice – das auch ohne Computer gut funktioniert, wie er betont.

Nicht etwa das Coronavirus, eine Augenoperation hat Heinrich Villiger dazu gezwungen, von zuhause aus zu arbeiten. Die Augenärztin verordnete die Isolation und so wirkt der Zigarren-Patron seit dem 13. März von seinem Haus in Full aus statt im Büro am Firmensitz im benachbarten deutschen Tiengen.

Die Grenze passieren durfte seit Ausbruch der Coronapandemie zwar, wer zur Arbeit musste. Aber Heinrich Villiger ist am vergangenen Samstag 90 Jahre alt geworden. "Wenn ich den Ausweis zeige, glaubt mir ja kein Polizist, dass ich arbeiten war", sagt er in der Sendung TalkTäglich auf Tele M1, wo er am Dienstag zu Gast war.  

Kurier und Schreibmaschine

Und doch ist es so. Heinrich Villiger ist alles andere als im Ruhestand. Er hat seine Firma immer noch fest im Griff. Täglich arbeitet er bis zu zehn Stunden. Nun also im Homeoffice. Allzu begeistert ist der Aargauer Zigarren-Patron davon nicht: "Ich bin kein Freund von Homeoffice – irgendwo klemmt es immer."

Dasselbe denkt er übrigens auch über Computer. Oder Handys. Und so bringt ihm ein Kurier jeden Morgen einen Stoss Akten nach Hause. "Damit ich weiss, was läuft." Seine Vermerke tippt er mit der Schreibmaschine, denn diese beherrscht er blind. Sein Vater habe ihm einst gesagt: "Das Wichtigste im Leben ist das Schreibmaschinenschreiben."

Die getippten Seiten übermittelt er wiederum via Kurier an seine Sekretärin, die diese dann mit dem Computer erfasst. "Das darf ich ja gar niemandem erzählen", sagt Villiger und lacht. Und doch: Es funktioniere alles bestens. Das betont er wiederholt. Dass er als stur gilt – etwa bei seiner Tochter, die zeitweise im Verwaltungsrat war, ist ihm bewusst.

Sehen Sie hier die Sendung TalkTäglich mit Heinrich Villiger in voller Länge:

Ältester Zigarrenunternehmer der Welt

"Zuhause rauche ich weniger"

Wie er so lange so gesund bleiben konnte, das habe er sich auch schon gefragt. Denn: "Ich lebe nicht besonders gesund." Zum Zmittag und zum Znacht gebe es jeweils ein Glas Weisswein aus der Region ("Rotwein für die Frau").

Zudem rauche er noch immer, nicht nur, aber natürlich auch zu Geschäftszwecken: "Wir importieren ja auch Zigarren. Im Labor kann man gewisse Tests machen, aber die Qualität kann man im Labor nicht testen." Allerdings: "Zuhause rauche ich jetzt weniger als im Büro."

Einen Nachfolge für den Chefposten bei Villiger Söhne AG ist nicht bestimmt. "Es würde auch ohne mich weiter gehen", sagt Heinrich Villiger. Aber auch: "Klar, die Leute im Marketing haben auch Ideen, aber wenn es um Innovationen geht, dann gibt es niemanden, der den Markt so gut kennt wie ich." (smo)

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