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Bleibt Atommüll noch viel länger im Zwischenlager Würenlingen? – Irène Kälin stellt kritische Fragen

Grünen-Nationalrätin Irène Kälin stellt dem Bundesrat in einer Interpellation, die sie heute einreicht, zur Zukunft des Zwilag in Würenlingen kritische Fragen.

Grünen-Nationalrätin Irène Kälin stellt dem Bundesrat in einer Interpellation, die sie heute einreicht, zur Zukunft des Zwilag in Würenlingen kritische Fragen.

Die Grüne Irène Kälin stellt dem Bundesrat in einer Interpellation kritische Fragen zum Zwischenlager in Würenlingen.

Die Suche nach einem Standort für ein Endlager von Atommüll ist ein heisses Eisen. In den nächsten zwei Jahren soll der Entscheid gefällt werden. Bis das geologische Tiefenlager gebaut ist, dauert es aber noch Jahrzehnte. Und solange lagern die hoch radioaktiven Abfälle weiterhin im Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen, in einer Halle neben der Aare.

Als Atomgegnerin verfolgt Irène Kälin, Aargauer Nationalrätin der Grünen, die Endlagersuche grundsätzlich kritisch. Nun stellt sie dem Bundesrat in einer Interpellation, die sie heute einreicht, auch konkret zur Zukunft des Zwilag in Würenlingen kritische Fragen. Ursprünglich hätte nämlich 2019 die Rahmenbewilligung für ein geologisches Tiefenlager erteilt und der Sachplan abgeschlossen werden sollen. Laut Zeitplan dürfte dies aber erst nach 2030 der Fall sein. Weitere Verzögerungen drohen durch Streit der betroffenen Kantone über Oberflächenanlagen und Gewässerschutzzonen.

«Jede neue Verzögerung führt unweigerlich dazu, dass die radioaktiven Abfälle länger im Zwischenlager untergebracht werden müssen», so Kälin. Der Bundesrat habe schon früher eingestanden, dass er keinen Plan B habe, falls das Sachplanverfahren scheitert. Darum will Kälin wissen, was es für Würenlingen bedeutet, wenn sich beim geologischen Tiefenlager weitere massive Verzögerungen ergeben und ob das Zwilag sicher genug sei, um über längere Zeit am aktuellen Standort zu verbleiben, und ob es allenfalls besser gesichert werden müsse, zum Beispiel in einer oberflächennahen Kaverne oder mit einer Betonkuppel.

Die Grüne ist mit ihren Fragen nicht allein. Auch der Rat der Atomaufsichtsbehörde Ensi fordert nun Untersuchungen zu den sicherheitstechnischen Auswirkungen einer längeren Zwischenlagerung von Atommüll im Aargau. (roc)

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