Die Gemeinde Leuggern wehrt sich gegen den Erweiterungsbau im Ortsteil Felsenau für bis zu 100 Asylsuchende. Der Gemeinderat hat das eingereichte Baugesuch des Kantons aus baurechtlichen Gründen abgewiesen und das zuständige Departement gestern schriftlich informiert.

Damit geht das Ringen um eine Unterkunft beim Hotel/Restaurant Bahnhof in die nächste Runde. Die Abteilung Gesundheit und Soziales hat nun 30 Tage Zeit, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Mehrere Mängel

Zur Prüfung des Gesuchs zog die Gemeinde Raumplaner, Juristen und die verantwortliche Baukommission bei, wie Gemeindeammann Stefan Widmer auf Anfrage sagt. Dabei seien Mängel in der Zonenkonformität, Hindernisfreiheit und in der Ausstattung festgestellt worden. Zudem habe man bemerkt, dass das Bauvorhaben sich in der Wohn- und Gewerbezone befinde und demzufolge nicht bewilligungsfähig sei, so Widmer weiter. «Bei reinen Wohnbauten in dieser Zone sind nur Mehrfamilienhäuser mit mindestens vier Einheiten zugelassen.»

Das Departement Gesundheit und Soziales berät nun über die nächsten Schritte. Dabei werde man entscheiden, ob ein ordentliches Bauchgesuch eingeleitet werden soll, sagt Sprecherin Daniela Diener.

Stefan Widmer betont, dass man nebst den baurechtlichen Mängeln nach wie vor die Verhältnismässigkeit der vorgesehenen Unterkunft infrage stelle, in einem Ortsteil mit 180 Einwohnern, 150 Asylsuchende zu platzieren. Daniela Diener räumt ein, dass der Kanton auf jeden oberirdischen Platz angewiesen sei, zumal mehrere kantonale Unterbringungen nächstes Jahr geschlossen werden. (dws)