Diplomarbeiten
Hilfe für drei Wynentaler Unternehmen: Studierende erarbeiten Konzepte

Ein Glashersteller, ein Energiedienstleister und ein gemeinnütziger Verein profitieren von betriebswirtschaftlichen Diplomarbeiten der Höheren Fachschule für Wirtschaft der Handelsschule KV Aarau.

Sibylle Haltiner
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Leonita Dakaj, Elena Wagner und Seraina Stephani (von links) haben für die EWS Energie AG die Entwicklung eines neuen Kundenportals evaluiert.

Leonita Dakaj, Elena Wagner und Seraina Stephani (von links) haben für die EWS Energie AG die Entwicklung eines neuen Kundenportals evaluiert.

zvg

Seit über 25 Jahren bildet die Höhere Fachschule für Wirtschaft (HFW) an der Handelsschule KV Aarau diplomierte Betriebswirtschafterinnen und -wirtschafter HF aus. Am Mittwoch haben 31 Studierende insgesamt acht Diplomarbeiten einem öffentlichen Publikum vorgestellt. Im letzten Studienjahr schreiben die Studierenden jeweils Gruppenarbeiten zu Themen, die von lokalen Unternehmungen in Auftrag gegeben wurden. Heuer konnten gleich drei Wynentaler Firmen davon profitieren, nämlich die EWS Energie AG aus Reinach, der Teufenthaler Verein Katzenhübel und die Glas Trösch AG, Oberkulm. Für diese Firma bearbeiteten vier Studierende das Thema «Vermeidung und Verhinderung von Kratzern auf Glas». Die Gruppe analysierte unter anderem die Einsatzmöglichkeit von Karton bei der Lagerung und dem Transport von Gläsern.

Neues Kundenportal für die EWS Energie AG

Elena Wagner, Seraina Stephani und Leonita Dakaj haben für die EWS Energie AG die Entwicklung eines neuen Kundenportals evaluiert, da sich das bestehende als nicht benutzerfreundlich erwiesen hatte. Die Firma, welche Strom, Wasser und TV-/Internet-Signale liefert, möchte sich für die Strommarktöffnung rüsten und deshalb die Kundenbetreuung optimieren.

Die drei Projektbetreuerinnen haben die Bedürfnisse der verschiedenen Kundengruppen analysiert und anschliessend realisierbare Vorschläge für die Umsetzung des Kundenportals ausgearbeitet. Sowohl die Mitarbeitenden der EWS Energie AG wie auch die Kundinnen und Kunden wurden in den Entstehungsprozess mit einbezogen. Dabei fanden die Studierenden heraus, dass die Kunden offen sind für ein modernes Portal, sich aber weiterhin den Kontakt mit der EWS wünschten. «Ein Tool zur Verfügung zu stellen, das nicht nur von Computerfreaks und Millennials genutzt werden kann, sondern auch Leute ins Boot holt, die wenig Erfahrung in der digitalen Welt haben, war eine der grössten Herausforderungen unserer Arbeit», berichteten die drei Projektverantwortlichen. Eine Testphase ist bereits für das zweite Quartal 2022 vorgesehen.

Für den Verein Katzenhübel erarbeiteten Jana Dietiker, Chantal Spanò, Joshua Gubler und Andrea Hauser (von links) Finanzierungsmöglichkeiten für einen Archehof.

Für den Verein Katzenhübel erarbeiteten Jana Dietiker, Chantal Spanò, Joshua Gubler und Andrea Hauser (von links) Finanzierungsmöglichkeiten für einen Archehof.

zvg

In Dürrenäsch entsteht ein ProSpecieRara-Archehof

Der in Teufenthal domizilierte gemeinnützige Verein Katzenhübel hat im April 2021 das Höchweidhus in Dürrenäsch übernommen. Um diese Liegenschaft optimal zu nutzen, plant der Verein, sich als ProSpecieRara-Archehof zertifizieren zu lassen und einen Wohn- und Arbeitsort für erwachsene Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Die Diplomarbeit von Chantal Spanò, Andrea Hauser, Jana Dietiker und Joshua Gubler soll dem Vereinsvorstand mögliche Ertragsquellen für den Archehof aufzeigen.

Ein ProSpecieRara-Archehof muss mindestens fünf gefährdete Nutztierrassen züchten sowie für Besucher zugänglich sein. Eine Umfrage der Projektbetreuenden ergab, dass das Angebot eines Archehofes auf grosses Interesse stösst. Als mögliche Ertragsquellen werden ein Hofladen, der Betrieb eines Bistros und die Durchführung von Besucheraktivitäten vorgeschlagen. Dadurch soll ein Teil der laufenden Kosten gedeckt werden, der Verein ist aber weiterhin auf Spenden angewiesen. Die Diplomarbeit zeigt jedoch auf, dass durch die Positionierung als Archehof die Reichweite des Vereins erhöht werden kann, wodurch neue potenzielle Spender erreicht werden können.

Für die vier Studierenden bedeutete die Vereinigung von Tierartenschutz und Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung ein spannendes Arbeitsfeld. «Die notwendigen Ertragsquellen so auszuarbeiten, dass sie mit den Werten und Visionen des Vereins vereinbar sind, hat uns motiviert, nach den passenden Lösungsansätzen zu suchen», fassten die zukünftigen Betriebswirtschafterinnen ihr Engagement zusammen.

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