Brand in Safenwil
Solaranlage war für Feuerwehr die grösste Herausforderung

Der Einfamilienhausbrand an der Köllikerstrasse 5 konfrontierte die Einsatzkräfte mit drei besonderen Herausforderungen. Die grösste dabei war die Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Kurt Blum
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Flammen schlagen aus dem Dach des Hauses in Safenwil.
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Betroffen war ein Einfamilienhaus an der Köllikerstrasse in Safenwil.
Löscharbeiten in Safenwil
Betroffen war ein Einfamilienhaus an der Köllikerstrasse in Safenwil.
Löscharbeiten in Safenwil
Löscharbeiten in Safenwil
Löscharbeiten in Safenwil
Löscharbeiten in Safenwil

Flammen schlagen aus dem Dach des Hauses in Safenwil.

Kapo Aargau

Photovoltaikanlagen sind vor allem bei Feuer nicht ganz risikolos, stellt der Kommandant der Safenwiler Feuerwehr, Niggi Vonder Mühll, fest. Im Brandfall in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag an der Köllikerstrasse 5 sei er, aber auch die Angehörigen «seiner» Feuerwehr sowie der ebenfalls im Einsatz gestandenen Feuerwehr Kölliken und des Stützpunkts Zofingen, erstmals unmittelbar damit konfrontiert worden. Im Wissen darum, dass es kurzfristig nicht möglich sein werde, die Anlage ausser Betrieb zu setzen, sei man entsprechend vorsichtig vorgegangen. Kommandant Von der Mühll: «Eine unmittelbare Gefahr für die Leute an der Front hat zu keiner Zeit bestanden.»

In diesem Zusammenhang habe es sich zudem als wertvoll erwiesen, dass eines der Themen des diesjährigen Offizier-Weiterbildungskurses der «Strom-Frage» gewidmet gewesen sei. Dazu sei die Tatsache gekommen, dass dank des Einsatzes der Autodrehleiter des Stützpunktes Zofingen am Dachfirst – oberhalb der Solarzellen – rasch Ziegel entfernt werden konnten und man damit Zugriff zum Feuer im Innern des Daches erhielt. Wäre dies nicht möglich gewesen, wäre der Hitzestau unter der Photovoltaikanlage derart gross geworden, dass es zu einer Dachzündung gekommen und die Anlage tosend zu Boden gestürzt wäre.

Abschalten nicht ganz einfach

Photovoltaikanlagen sind Stromgeneratoren. Sie abzuschalten ist nicht ganz einfach, da, solange Licht auf die Module fällt, die Spannung mehr oder weniger hoch ist. Das ist einer der Punkte, die Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung beachten müssen. Neue Anlagen verfügen zwar heute über einen Trennschalter (meist beim Wechselrichter), mit welchem die Photovoltaikanlage (Gleichstrom) vom Wechselrichter getrennt werden kann.

An den Modulen auf dem Dach wie in der Leitung von den Modulen bis zum Trennschalter ist aber eine Spannung vorhanden. Zudem führt die Montage solcher Anlagen dazu, dass die Dächer eine grössere Last aushalten müssen. Und: Vom Brand beschädigte Halterungen lösen sich, und die Module rutschen – wie ein Schneebrett – vom Dach herunter.

Terrarien brauchten Strom

Das zweite Problem, welches sich stellte, waren Terrarien mit nicht giftigen Schlangen, die sich im Hausinnern befanden. Diese Terrarien waren auf eine Stromzufuhr angewiesen. Mit einer Notleitung aus der Nachbarschaft konnte verhältnismässig kurzfristig geholfen werden. Die Schlangen sind mittlerweile nicht mehr im Gebäude, so Niggi von der Mühll (und es verschwand auch keine). Schliesslich war das Haus, weil stark verwinkelt, für die Feuerwehrleute sehr anspruchsvoll.

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