Schlossrued
«Die Veränderung muss auch bei den Lehrpersonen stattfinden»: Schulkinder zeigen ihre IT-Kenntnisse

Die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Schlossrued stellen am 10. Juni ihr neues Modul «Medien und Informatik» vor. Für Lehrerin Alexandra Huber die perfekte Gelegenheit, um Danke zu sagen.

Natasha Hähni
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Primarschullehrerin Alexandra Huber im Informatikunterricht.

Primarschullehrerin Alexandra Huber im Informatikunterricht.

Chris Iseli

Im Aargau gilt seit August 2020 ein neuer Lehrplan. Der beinhaltet unter anderem das Modul «Medien und Informatik». Im Rahmen dieses Moduls wurden auch die Schulzimmer der Primarschulkinder mit Flatscreens, Laptops, iPads und Blue-Bots ausgestattet. Letztere sind kleine Roboter, die an eine Computer-Maus erinnern. Auf ihrer Oberfläche haben sie Knöpfe, mit denen man die Aktionen des Roboters programmieren kann. Dieser führt sie dann aus.

In der dritten Klasse erhalten alle Schülerinnen und Schüler zudem einen Memory-Stick und Kopfhörer. «Für den Fall, dass sie sich im Unterricht Mal auf eine Einzelarbeit an einem Gerät konzentrieren müssen», sagt Lehrerin Alexandra Huber. Sie ist in Bezug auf das neue Modul «Medien und Informatik» als Lehrperson, pädagogischer Support für das Lehrerteam und erste Technische Hilfe für Kinder und Lehrer angestellt. Dies, auch wenn viele Kinder schon nach wenigen Unterrichtsstunden wie kleine Profis wirken. Dies komme unter anderem daher, dass die Hemmschwelle fürs Ausprobieren bei Kindern deutlich tiefer sei, als bei Erwachsenen.

So zum Beispiel beim 11-jährigen Liang. «Kannst du die Abläufe schon auswendig?», fragt Huber den Sechstklässler, während dieser mit der Hilfe des Programms «Scratch» ein Onlinespiel programmiert. Im Programm können die Schülerinnen und Schüler Befehl-Blöcke zu Abläufen kombinieren. Der 11-jährige Nicola und Jessica (12) gehen noch einen Schritt weiter: «Im Werkunterricht haben wir ein Balanceboard gebaut», erklärt Jessica. Dieses hat das Duo mit einem Sensor ergänzt, den sie selber programmiert haben. «Jetzt können wir Spiele auf dem Board spielen», sagt Nicola. Der Sensor erkennt die Lage beim Balancieren, ein Schalter beendet das Spiel, wenn man am Boden ankommt.

Der 11-jährige Liang programmiert ein Onlinespiel.

Natasha Hähni

Mehr als nur Wissen über Technologien

Die Laptops, iPads und dergleichen, werden zu einem grossen Teil auch zur Vernetzung und Dokumentation von Aufgaben gebraucht. «Die Ausrede, man habe die Hausaufgaben nicht notiert und darum vergessen, funktioniert jetzt nicht mehr», sagt Huber lachend. Die Umstellung finde aber nicht nur für die Schülerinnen und Schüler statt, auch die Lehrpersonen müssen lernen, mit neuen Technologien und Unterrichtsweisen klarzukommen. «Anstelle eines Hellraumprojektors haben wir jetzt nun mal einen Flatscreen mit Apple TV an der Wandtafel», sagt sie. Präsentationen können auf diese Weise von den Laptops auf den grossen Bildschirm gestreamt werden.

Das und viele andere Neuheiten wollen die Kinder unter anderem der Schlossrueder Bevölkerung am 10. Juni präsentieren. «Wir freuen uns auf möglichst viel Besuch», so Huber. Es sei die perfekte Gelegenheit, dem Stimmvolk für die Billigung des Kredits zu danken, der die Aufstockung im Rahmen des neuen Lehrplans ermöglicht hat.

Letztendlich ginge es im Modul «Medien und Informatik» aber nicht ausschliesslich darum, das technische Können zu verbessern. «Die Kinder lernen, kooperativ und logisch zu denken sowie die Wirkung von Anwendungen, Medien und Technologien», sagt Huber. Das habe man zwar schon vor dem neuen Lehrplan gemacht, «jetzt ist es aber im Lehrplan verankert», hält die Lehrerin fest.

Ganz zur Freude von Lyna. Die 12-Jährige findet, die neuen Tools hätten sie noch kreativer gemacht. «Wenn ich das Programm Canva öffne, um eine Präsentation zu gestalten, bin ich gleich inspiriert», sagt sie. Begeisterung für die neuen Geräte und Programme muss man den Kindern laut Huber also sicher nicht beibringen.

Liang demonstriert, wie er Spiele programmieren kann.
6 Bilder
Daniel und Lina kennen sich bestens mit dem Online-Programm Canva aus.
Jessica und Nicola programmieren Sensoren.
Fabio zeigt, wie er mit der Plattform Padlet alle Projeke seiner Klasse im Überblick hat.
Viola kennt sich bereits bestens mit ihrem Macbook aus.
Im Medienraum der Primarschule Schlossrued steht ein Papp-Roboter.

Liang demonstriert, wie er Spiele programmieren kann.

Chris Iseli / WYS