Reinach
Ammann-Kandidat Jules Giger (parteilos): «Ich würde Barack Obama zu Fondue und Rüeblitorte einladen»

Am 28. November wählt Reinach im zweiten Anlauf einen neuen Gemeindeammann. Zur Wahl stellen sich Vizeammann Bruno Rudolf (SVP) und Gemeinderat Jules Giger (parteilos), die beide im ersten Wahlgang das absolute Mehr verpassten. Die AZ hat beiden eine Reihe von Fragen gestellt. Heute an der Reihe: Jules Giger.

Nadja Rohner
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Julius Giger aus Reinach will neuer Gemeindeammann werden.

Julius Giger aus Reinach will neuer Gemeindeammann werden.

Chris Iseli / WYS

Julius «Jules» Giger (Pfadiname: Junior) ist 57 Jahre alt und aktuell Gemeinderat von Reinach. Er ist seit 27 Jahren verheiratet mit Isabelle und hat vier Kinder. Noch länger ist er in seinem Job tätig: Giger arbeitet seit 33 Jahren als Lokführer im Personenverkehr in Luzern.

Was stört Sie an Reinach?

Jules Giger: Dass der Verkehrsfluss bei der Hochhauskreuzung nicht optimal ist.

Womit verbringen Sie zu viel Zeit?

Beim Autofahren auf dem Weg zur Arbeit.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Ich sehe mich nicht als Politiker, sondern als Bürger und gewählter Gemeindevertreter.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Für unbezahlte Krankenkassenprämien.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuer-Franken ausgeben?

Sicher für den Unterhalt und Erneuerung der Infrastrukturanlagen, welche im Besitz der Gemeinde sind. Ausserdem würde ich die Aargau-Verkehr-Haltstelle (früher Wynental-Suhrentalbahn) in der Industrie «Eien» realisieren.

Welche Person, lebend oder verstorben, würden Sie gerne zum Znacht einladen, und was tischen Sie auf?

Barack Obama. Für mich eine interessante und starke Persönlichkeit. Ein Fondue und zum Dessert eine Rüeblitorte.

Was stimmen Sie am 28. November beim Covid-19-Gesetz?

Ich stimme Ja. Zum Schutze unserer Gesellschaft und der Solidarität gegenüber meinen Mitmenschen. Auch wegen der finanziellen Hilfen, welche das Gesetz beinhaltet.

Reinach hat einen Ausländeranteil von 42 Prozent. Nur 49,8 Prozent der fast 9000 Einwohnerinnen und Einwohner dürfen politisch mitbestimmen. Was würden Sie als Ammann machen, um den übrigen 50 Prozent – Ausländer und Jugendliche – eine Teilhabe am Geschehen in der Gemeinde zu ermöglichen?

Sollte in dieser Richtung Handlungsbedarf bestehen, wäre dies die Aufgabe des Gesamtgemeinderates und nicht nur die des Ammanns.

Welche Schlagzeile über Reinach möchten Sie in einem Jahr gerne lesen?

«Die Verkehrsprobleme in Reinach sind gelöst.»

Thema Finanzausgleich: Tut Ihnen das weh, am Tropf des Kantons zu hängen?

Nein. Als Zentrumsgemeinde erfüllen wir viele Aufgaben, von denen auch andere profitieren.

Warum sollte die Gemeinde den «Bären» kaufen?

Weil es ein historisches Gebäude und ein Teil der Geschichte von Reinach ist. Ein solcher Kauf sollte trotz allem gut überlegt sein.

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