Reinach
Ammann-Kandidat Bruno Rudolf (SVP): «Die ungebremste Bautätigkeit in Reinach stört mich»

Am 28. November wählt Reinach im zweiten Anlauf einen neuen Gemeindeammann. Zur Wahl stellen sich Vizeammann Bruno Rudolf (SVP) und Gemeinderat Jules Giger (parteilos), die beide im ersten Wahlgang das absolute Mehr verpassten. Die AZ hat beiden eine Reihe von Fragen gestellt. Heute an der Reihe: Bruno Rudolf.

Nadja Rohner
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Bruno Rudolf, aktuell Vizeammann in Reinach.

Bruno Rudolf, aktuell Vizeammann in Reinach.

Valentin Hehli / WYS

Der bisherige Vizeammann und Grossrat Bruno Rudolf (54, SVP) ist mit Brigitte Rudolf-Ruf verheiratet. Sie haben einen Sohn, Florian. Bruno Rudolf arbeitet als Techniker TS/HF bei der Haworth Schweiz AG in Menziken.

Was stört Sie an Reinach?

Bruno Rudolf: Die ungebremste Bautätigkeit in Reinach, und das zu hohe Verkehrsaufkommen, besonders um die Hochhauskreuzung.

Womit verbringen Sie zu viel Zeit?

Da ich meine Zeit sehr gut einteilen muss, verbringe ich nirgends zu viel Zeit. Ansonsten würde ich etwas falsch machen.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Weil ich es faszinierend finde, unsere Zukunft aktiv mitgestalten zu können.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Dadurch, dass der Staatsapparat (Kanton und Bund) immer weiter aufgeblasen wird.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuer-Franken ausgeben?

Für den Schuldenabbau der Gemeinde Reinach.

Welche Person, lebend oder verstorben, würden Sie gerne zum Znacht einladen, und was tischen Sie auf?

Bon Scott, verstorbener Sänger von AC/DC. Es gäbe Pizza.

Was stimmen Sie am 28. November beim Covid-19-Gesetz?

Nein. Macht schmeckt süss. Das hat auch der Bundesrat gemerkt. Aber es kann nicht sein, dass wir dem Bundesrat eine generelle Vollmacht bis 2031 geben, und er, über die Köpfe des Parlaments hinweg, machen kann, was er will. Das Parlament hat gelernt, mit der Pandemie umzugehen. Somit muss es bei so schweren Eingriffen wie Lockdown und Schliessungen von Geschäften und Gastronomie einbezogen werden. Das Covid-Gesetz will genau das aushebeln.

Reinach hat einen Ausländeranteil von 42 Prozent. Nur 49,8 Prozent der fast 9000 Einwohnerinnen und Einwohner dürfen politisch mitbestimmen. Was würden Sie als Ammann machen, um den übrigen 50 Prozent – Ausländer und Jugendliche – eine Teilhabe am Geschehen in der Gemeinde zu ermöglichen?

Als ich am Anfang meiner Amtszeit die Jugendkommission gegründet habe, hatten wir einen Jugendrat in Reinach. Aus dessen Vorschlägen sind der FunPark im Moos entstanden (Skaterbahn und Kletterwand). Ich habe diese Zusammenarbeit mit den Jugendlichen sehr geschätzt. Leider wurde dieses Gefäss nicht mehr gepflegt. Betreffend den ausländischen Mitbürgern ist es ganz klar, jede und jeder, welche sich integriert hat, kann sich einbürgern lassen, und so die politischen Rechten und Pflichten wahrnehmen.

Welche Schlagzeile über Reinach möchten Sie in einem Jahr gerne lesen?

«Dank Lottomillionär ist die Gemeinde Reinach auf einen Schlag schuldenfrei.»

Thema Finanzausgleich: Tut Ihnen das weh, am Tropf des Kantons zu hängen?

Nein. Als Mitglied der grossrätlichen Kommission AVW (Allgemeine Verwaltung) konnte ich aktiv den neuen Ressourcen- und dem Lastenausgleich des Kantons mitgestalten. Im Gegensatz zum vorherigen Finanzausgleich sind die Parameter jetzt klar definiert und nachvollziehbar. Selbstverständlich würde es mich freuen, wenn wir unsere Ausgaben als Zentrumsgemeinde vollständig selber finanzieren könnten. Leider ist das momentan nicht möglich.

Warum sollte die Gemeinde den «Bären» kaufen?

Die Gemeinde soll den «Bären» nur kaufen, wenn der momentane Besitzer nicht aktiv wird. Der «Bären» ist ein Aushängeschild für Reinach, und so sollte er auch daherkommen.

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