Menziken
Menschen am Rande und Räume am Ende in einer Ausstellung

Kunst im ehemaligen Verwalterhaus des Bürgerheims: Die Malerin Madeleine Staubli zeigt Porträts und Christoph Burger grossformatige Fotografien.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»
7 Bilder
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»
Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»

Vernissage der Ausstellung «Gesichter und Räume»

psi

Eine Malerin und ein Fotograf stellen gemeinsam aus. Sie, die Reinacherin Madeleine Staubli, zeigt «Gesichter», Porträts von Menschen aus ganz verschiedenen Lebensräumen. Er, der Menziker Fotograf Christoph Burger, präsentiert «Räume», das Innere ehemaliger, halb zerfallener Kinderheime aus Italien.

In den Zimmern der ehemaligen Verwalterwohnung beim Menziker Bürgerheim haben die beiden Kunstschaffenden mit der Auswahl ihrer Werke eine Einheit geschafft. Hier die farbigen Acrylbilder mit den Gesichtern, dort die grossen, schwarzweissen Plakatdrucke von Innenräumen.

Madeleine Staubli nennt die Bilderserie mit ihren Porträts «Tolerance». Um Toleranz gegenüber andersdenkenden und andersartigen Menschen geht es der Malerin. Sie hat für alle ihre Porträts von Menschen aus anderen Kulturen, von Menschen mit Behinderungen oder mit ausgefallenen Vorlieben, ein Format gewählt: 80 auf 80 Zentimeter.

Das bringt es mit sich, dass sie einzelne Gesichter durchaus als Close-up leicht angeschnitten und auf die Nähe fokussiert darstellt. Die Farben wählt die Malerin satt und dicht aber dennoch dezent. Sie sei eine schnelle Arbeiterin, sagt Madeleine Staubli, sie arbeite nach Fotos und Skizzen. Das fällt auch dem Betrachter auf, Staublis Strichführung ist sicher und zügig, nie zögerlich.

Urban Exploring als Disziplin

Burgers Serie «Colonie» stammt aus den Jahren 2013 und 2014. Er hat sich als Fotograf dem Urban Exploring verschrieben. Die Urbexer suchen verlassene Orte (Lost Places) auf und fotografieren häufig die Innenräume. «Nur natürliches Licht und nichts arrangiert», erklärt Burger. So zeigt er auf, was aus zwei italienischen Kinderheimen aus der Mussolini-Zeit geworden ist. In einzelnen Sälen stehen noch Tische, Betten, liegen Matratzen herum, liegt Unrat am Boden.

Und durch die eingeschlagenen Fenster fällt Schnee ins Innere, der im Treppenhaus liegen bleibt. Burgers Bilder im Plakatformat von 115 auf 170 Zentimeter wirken durch ihre klare Bildaufteilung und die fein abgestuften Grautöne. Schwarzweiss reduziert den Inhalt auf das Wesentliche, nirgends ein Farbtupfer, der ablenkt. So erzählen Burgers durchkomponierte Fotografien aus der Geschichte einer trüben Epoche in Europa.

Die Ausstellung im Bürgerheim bietet auch den Besuchern Gelegenheit zum Kontakt mit den Bewohnern. «Darauf freuen wir uns», sagt Heimleiter Roger Mathis.

Ausstellung im Bürgerheim Menziken, Kleinfeldstrasse 3, Vom 18. September bis am 5. Oktober, täglich von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr.