Tierisch
Küken schlüpfen im Aschenbecher beim KSB – Mitarbeitende kümmern sich um das Nest

Im Kantonsspital Baden KSB sind Jungvögel von Kohlmeisen an einem eher ungewöhnlichen Ort aus ihren Eiern geschlüpft: Im Aschenbecher beim Eingangsbereich.

Oliver Varga, argoviatoday.ch
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Die Küken von Kohlmeisen sind im Aschenbecher beim Eingang des Kantonsspital Baden KSB geschlüpft.

Die Küken von Kohlmeisen sind im Aschenbecher beim Eingang des Kantonsspital Baden KSB geschlüpft.

Kantonsspital Baden

«Jemand von der Pflege ist vor zwei Wochen auf das Nest im Aschenbecher gestossen und hat ein Bild davon im Intranet gepostet», erzählt KSB-Sprecher Omar Gisler gegenüber Radio Argovia. Seit diesem Tag hätten die Mitarbeitenden das Geschehen täglich verfolgt und dafür gesorgt, dass niemand den Aschenbecher benutzt. Warum die Kohlmeisen für das Nest gerade den Aschenbecher wählten, ist dem Kantonsspital Baden ein Rätsel. «Schlussendlich gibt es ja viel Grün um das Spital», so Gisler weiter.

Vogelwarte Sempach klärt auf

Für die Vogelwarte Sempach ist die Wahl des Nistplatzes keine grosse Überraschung. Laut Livio Rey von der Vogelwarte kommt dies zwar nicht sehr häufig vor, das Phänomen sei jedoch bekannt. «Kohlmeisen sind sogenannte Höhlenbrüter. Sie brüten also in Löchern aller Art, natürlicherweise in Asthöhlen oder ähnlichem. Speziellere Brutplätze gehen von Storen bis hin zu leeren Briefkästen oder eben Aschenbecher», erklärt Rey auf Anfrage. Für die Meisen sei der Aschenbecher halt eine potenzielle Bruthöhle.

Das Nest der Kohlmeise im Aschenbecher entdeckte ein Mitarbeiter des KSB.

Das Nest der Kohlmeise im Aschenbecher entdeckte ein Mitarbeiter des KSB.

Kantonsspital Baden

Dass das Spital das Nest nicht an einen anderen Ort gebracht hat, sei zudem die richtige Entscheidung gewesen. «Man sollte das Nest immer dort lassen, wo es ist», erklärt Livio Rey von der Vogelwarte Sempach weiter. Eine Verschiebung des Nests sei nicht unbedingt von Erfolg gekrönt und bedarf einer kantonalen Bewilligung.

Inwiefern die Zigarettenstummel für die Küken schädlich sind, kann Livio Rey nicht abschliessend beantworten. «Es gibt jedoch Studien, die zeigen, dass Vögel bewusst Zigarettenstummel in ein Nest einbauen.» Diese Nester würden seltener von Parasiten befallen. Trotzdem mahnt Rey: «Jede Art von Abfall in der Natur ist ein grosses Problem, deshalb gehört er sachgerecht entsorgt.»

KSB-Mitarbeitende kümmern sich um das Nest

Damit die frisch geschlüpften Küken in ihrem speziellen Zuhause auch weiterhin unversehrt bleiben, kümmert sich die KSB-Belegschaft nun täglich um die Jungvögel, machen Spitalbesucher auf die Tiere aufmerksam und haben Schilder am Aschenbecher angebracht, die darauf hinweisen, dass dieser zurzeit nicht genutzt werden darf.

Im Intranet tauschen sich die Mitarbeitenden zudem rege über das Nest im Aschenbecher aus und schreiben Kommentare wie «Soooo herzig» oder «Es chliisis Wunder, freut mi mega». Die Freude über das Happyend der kleinen Aschenbecher-Bewohner ist beim KSB auf jeden Fall gross. Bis die Vögel das Nest verlassen, dürfte es noch ungefähr drei Wochen dauern.

Bereits vor einem Jahr ereignete sich in Unterentfelden bei einem Möbelgeschäft ähnliches, wie ein Beitrag von Tele M1 zeigt:

Tele M1

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