Menziken
Im «Huus74» stellten Fleischinteressierte ihre eigenen Würste her

Die Volkshochschule Wynental lud zum Wurstseminar. Ein Kurs, der sich jährlich grosser Beliebtheit erfreut.

Cynthia Mira
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Für Maya Setz aus Reinach ist das Wurstseminar ein Ansporn, um in der eigenen Küche Würste zu produzieren.

Für Maya Setz aus Reinach ist das Wurstseminar ein Ansporn, um in der eigenen Küche Würste zu produzieren.

Cynthia Mira / Aargauer Zeitung

Die Familie Steiger aus Menziken warf am Sonntagabend nochmals den Grill an. Sie war damit nicht alleine. Denn am Nachmittag besuchten sie mit weiteren Kursteilnehmenden das Wurstseminar der Volkshochschule Wynental. Einen ganzen Nachmittag lang produzierten sie im «Huus74» in Menziken ihre eigenen Würste. So viele, dass sie am Ende stolze Besitzer dreier Wurstsorten waren: Schweinsbratwürste, Knoblauchwürste sowie saisonale Herbstvariationen mit Wild.

Für die Familie Steiger aus Menziken war der Kurs ein Familienausflug.

Für die Familie Steiger aus Menziken war der Kurs ein Familienausflug.

Cynthia Mira / Aargauer Zeitung

Unter der Leitung von Peter Burkard, Inhaber der Metzgerei Burkard in Menziken, lernten die Fleischinteressierten das Handwerk der Wurstproduktion kennen. Kiloweise Fleisch wurde dazu in einem Fleischwolf verkleinert und mit Gewürzen angereichert in eine schmale Dünndarmschlaufe gepresst.

Vor der eigentlichen Produktion vermittelte Burkhard zudem theoretisches Wissen über die Vielfältigkeit der Würste in der Schweiz. Auf dem Tisch vor ihm lagen zahlreiche Spezialitäten. Die Degustation der verschiedenen Sorten, ob Salami, Landjäger oder Wildschweinwürste gehörte zum Kurs ebenfalls dazu. Den markanten Unterschied zwischen einer normalen Cervelat und seiner geräucherten Variante dürfte den Kursteilnehmenden nun bekannt sein. Burkard kommentierte die Geschmacksexplosionen mit den Worten:

«Die Wurstproduktion ist oft auch einfach eine Spielerei.»
Kiloweise Fleisch wurde verkleinert und zu Wurst verarbeitet.

Kiloweise Fleisch wurde verkleinert und zu Wurst verarbeitet.

Cynthia Mira / Aargauer Zeitung

Er brachte die Kursteilnehmenden mit seinen Sprüchen auch hin und wieder zum Lachen. Etwa dann, als er sagte, dass er als Metzger einen Knochenjob habe, als vor ihm ein riesiges Stück Fleisch von der Rückenpartie eines Schweines lag. Initiant des Wurstseminars ist aber nicht er, sondern Matthias Haller. Er ist auch als Mitorgansitator der WynaExpo bekannt, die nächsten Frühling wieder stattfindet. Haller führt den Kurs seit 2017 durch. «Ich wurde von der Volkshochschule damals angefragt, weil ich in meiner Freizeit gerne Würste herstelle», sagte er. Aber er habe sich Hilfe holen müssen. Denn «von Fleisch habe ich wenig Ahnung», gestand er und erzählte eine Anekdote, als er sein Fleisch bei einem externen Metzger geholt hatte:

«Ich hätte ja alles einfach in den Fleischwolf geworfen, aber mein Kollege bekam schier Schübe, als er sah, dass sämtliche Sehnen noch enthalten waren.»

Diese mindern die Qualität der Würste massiv.

Die Gewürzmischung brachte Peter Burkard von der Metzgerei Burkard in Menziken gleich selbst mit.

Die Gewürzmischung brachte Peter Burkard von der Metzgerei Burkard in Menziken gleich selbst mit.

Cynthia Mira / Aargauer Zeitung

Das Wurstseminar ist jeweils ein Highlight im Kursprogramm der Volkshochschule Wynental. Entsprechend früh ist er ausgebucht. Gestern fand deshalb schon ein zweites Wurstseminar statt. Maya Setz aus Reinach sagte:

«Ich habe mich mit dem Ansporn angemeldet, auch in meiner eigenen Küche Würste zu produzieren.»

Sie sei vor allem darüber verwundert, was für hochwertiges Fleisch in einer Wurst enthalten sei. «Es hat überhaupt nichts mit Fleischresten zu tun», sagt sie. Dieses Gerücht von minderwertigem Fleisch, das einer Wurst oft anhafte, sei demnach komplett falsch.

Insgesamt wurden drei Wurstsorten produziert. Der Kurs dauerte über drei Stunden.

Insgesamt wurden drei Wurstsorten produziert. Der Kurs dauerte über drei Stunden.

Cynthia Mira / Aargauer Zeitung

Auch Andrea Steiger, die Mutter von Tim und Vicki Steiger, zeigte sich nach dem Wursteln zufrieden. Sie sagte:

«Wir haben schon oft von diesem Kurs gehört, und dass er gut ist.»

Deshalb hätten sie sich als Familie angemeldet und den Kurs als Sonntagsaktivität genutzt. Nun freue sie sich vor allem darauf, bei der Wurstproduktion zu Hause mit neuen und eigenen Gewürzmischungen zu experimentieren. Das Tolle sei, dass Peter Burkard sämtliche Gerätschaften ausleihe. Denn die Anschaffung neuer Küchenmaschinen nur für die Wurstproduktion komme derzeit nicht in Frage.

Ein reichhaltiges Buffet an Wurstsorten präsentierte sich im «Huus74» in Menziken.

Ein reichhaltiges Buffet an Wurstsorten präsentierte sich im «Huus74» in Menziken.

Cynthia Mira / Aargauer Zeitung

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