Wildegg
Plakat verkündet stolz: Jura Zement ist nun deutlich umweltfreundlicher

Nach Kritik wegen Schadstoffen hat das Zementwerk in Wildegg eine Nachverbrennungsanlage installiert. Nun werden nicht nur Grenzwerte unterschritten – auch die Kreislaufwirtschaft wird gefördert.

Nadja Rohner
Drucken
«Saubere statt heisse Luft» – so die Aktion der Jura Cement Fabriken AG in Wildegg.

«Saubere statt heisse Luft» – so die Aktion der Jura Cement Fabriken AG in Wildegg.

zvg

«Seit März 2022 ist bei der Jura-Cement-Fabriken AG die erste Nachverbrennungsanlage in der Schweizer Zementindustrie in Betrieb.» – Das teilt das Unternehmen nicht nur den Medien mit, sondern jedem, der am Werk in Möriken-Wildegg vorbeifährt. Denn ein gut sichtbares Plakat mit der Aufschrift «Saubere statt heisse Luft» soll die Bevölkerung darauf hinweisen, dass sich das Unternehmen «für eine möglichst nachhaltige Produktion» einsetzt.

Die JCF war in der Vergangenheit, wie andere Zementfabriken auch, wegen ihrer Emissionen in die Schlagzeilen geraten. Zementwerke seien richtige Dreckschleudern, hatte das Konsumentenmagazin «Saldo» 2018 geschrieben. Unter anderem in Wildegg würden Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung nicht eingehalten. Es ging in erster Linie um das krebserregende Benzol, aber auch andere Schadstoffe wie Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickstoffoxid und Staub.

Grenzwerte werden deutlich unterschritten

Wie der «K-Tipp» im November letzten Jahres berichtete, liess die JCF für rund 15 Millionen Franken die Nachverbrennungsanlage einbauen, welche heikle organische Gase bei 850 Grad verbrennt, bevor sie entweichen. So beseitige man laut Werkleiter Marcel Bieri «bis 80 Prozent» des Benzols und der übrigen organischen Gase. «Damit halten wir die neuen Grenzwerte bei organischen Gasen ein.»

Bei den übrigen Schadstoffen brauche es noch weitere Anpassungen, schrieb der «K-Tipp». Wie es in der neusten Medienmitteilung der JCF nun heisst, unterschreite die «Zemänti» dank der Nachverbrennung die Grenzwerte von organischen Stoffen deutlich, «lange bevor dies die neue Luftreinhalteverordnung verlangt».

Dank der Anlage könne die JCF zudem vermehrt organisch belastetes Aushub- und Abbruchmaterial als alternatives Rohmaterial in der Zementproduktion einsetzen. Damit schone sie natürliche Ressourcen im Mergelabbau und den knappen Deponieraum. Mit diesem Verfahren fördere das Unternehmen die Kreislaufwirtschaft von Abfällen «noch stärker als bisher».