Grosse Sanierung
Über 50 Meter gross: Auf Schloss Lenzburg steht nun ein gelbes Ungetüm

Für die Sanierung von Schloss Lenzburg muss ein 50 Meter hoher Kran aufgerichtet werden. Die Arbeiten sind eine Herausforderung: Der Platz ist beschränkt und der Weg uneben. Schon die Montage des Hilfskrans dauert mehrere Stunden.

Janine Gloor
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Ein 400-Tonnen-Kran auf Schloss Lenzburg
36 Bilder
Hier wird der Kran aufgestellt.
Der Arm des Kranes wird montiert.
Der Kran wird mithilfe eines Pneukrans aufgestellt.
Arbeiter am Arm des Kranes mit der Katze.
Der Kran ist von weither sichtbar.
Der Teil des Arms mit dem Gegengewicht wird hochgehoben.
Hier kommt die Fahrerkabine geflogen.
Das Aufstellen auf dem unebenen Weg unterhalb des Bernerhauses dauert mehrere Stunden.
Das Aufstellen auf dem unebenen Weg unterhalb des Bernerhauses dauert mehrere Stunden.
 Für die Sanierung von Schloss Lenzburg muss ein 50 Meter hoher Kran aufgerichtet werden. Die Arbeiten sind eine Herausforderung: Der Platz ist beschränkt und der Weg uneben. Schon die Montage des Hilfskrans dauert mehrere Stunden.
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Tonnenschwere Betonelemente schweben durch die Luft.
Ein Element des Turms wird vom Hilfskran in die Höhe gehoben.
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Ein Element des Turms wird vom Hilfskran in die Höhe gehoben.
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Der Kran wird mithilfe eines Pneukrans aufgestellt.
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Impressionen: Kranaufbau auf Schloss Lenzburg
Vom Goffersberg ist der Hilfskran gut zu sehen.
Das Kreuz des Krans ist montiert.
Mit dem Hilfskran werden die Fundamente für den Kran montiert.
Alle Elemente müssen über das mittlere Torhaus getragen werden.
Mit diesem Hilfskran wird der eigentliche Kran aufgestellt.
Die Zufahrt zum Schloss ist eng und abschüssig.
Das mittlere Tor ist im Weg, alle Elemente des Hauptkrans müssen darübergehievt werden.
Der Hilfskran wiegt mit der Nutzlast 400 Tonnen.
Für den mobilen Hilfskran mussten Fundamente erstellt werden.
Auf dem Schlossparkplatz warten die Teile des Hauptkrans.

Ein 400-Tonnen-Kran auf Schloss Lenzburg

Monatelang wird er die Fassade von Schloss Lenzburg prägen und für alle Zugfahrer zwischen Bern und Zürich sichtbar sein: Der Kran, der auf dem Hauptzugangsweg zum Schloss aufgestellt wurde. Als wäre der abschüssige, schmale Weg nicht schon Herausforderung genug, stand den Arbeitern auch eine Toranlage im Weg. Der Standort des Krans ist zwischen dem unteren und dem mittleren Tor.

Um einen Kran zu errichten, braucht es stets einen Hilfskran, mit dem die einzelnen Elemente an Ort und Stelle gebracht werden. Dabei handelt es sich normalerweise um einen kleineren Pneukran. Vor dem mittleren Tor stand am Montag aber ein gelbes Ungetüm, das mit der Nutzlast 400 Tonnen wiegt.

«Das Problem ist die Distanz», sagt Architekt und Projektleiter Hansruedi Urech. Weil das Tor den Weg zum Standort des fixen Krans blockiert, muss alles darübergehievt werden. Die Last, die ein Kran tragen kann, nimmt ab, je weiter vorne sie sich am Arm befindet. Und weil der Hilfskran eine so weite Distanz überwinden muss, ist er grösser als andere Hilfskrane.

Die Montage in doppelter Geschwindigkeit:

Hilfskran am Abgrund

Das Installieren des Hilfskrans nahm mehrere Stunden in Anspruch. Normalerweise können diese Krane auf Pfeilern stehen, die sie selber ausfahren können. Beim Schloss mussten jedoch im abschüssigen Grund neben dem Weg Fundamente erstellt werden, auf denen zwei Beine des Krans stehen. «Diese Fundamente werden bis im Herbst dort bleiben», sagt Urech. Es mache keinen Sinn, sie zwischenzeitlich wieder abzubauen.

Die Lasten, die der Hilfskran tragen muss, sind enorm. Die Betonelemente, welche zur Beschwerung beim Sockel des Krans aufgestapelt werden, sind über drei Tonnen schwer. Der gegen 100 Meter lange Arm des Krans beugt sich unter der Last, das gelbe Ungetüm brüllt, die Pneus berühren den Boden nicht mehr.

Sanierung für 1,9 Millionen

Das Schloss Lenzburg bröckelt und erlebt deswegen seine grösste Fassadenrenovation seit den 80er-Jahren. Letztes Jahr wurden Schäden an der Ostbastion und am Wohntrakt behoben, dieses Jahr gehen die Arbeiten am Stapferhaus und am Ritterhaus weiter. Am Ritterhaus stammt der älteste Verputz aus dem 15. Jahrhundert. Weil auch das Dach des Stapferhauses – ehemals Bernerhaus – saniert werden muss, wurde ein Kran errichtet. Das Facelifting des Schlosses kostet insgesamt 1,9 Millionen Franken. Der Kran wird voraussichtlich bis November auf dem Zufahrtsweg stehen. (JGL)

Für den eigentlichen Kran sind vier Fundamente aus Beton gegossen worden. Auf ihnen wird der Kran bis im November stehen. «Das genaue Datum ist noch unklar», sagt Urech. «Das kommt auf den Baufortschritt an.» Um elf Uhr ist der Hilfskran fertig eingestellt, die Betonfüsse des Hauptkrans werden über den mittleren Torbogen gehoben. Der Kranführer hat keinen Sichtkontakt zur Abladestelle. Er wird via Funk angeleitet. «Da braucht es ein eingespieltes Team», sagt Urech. Der Kran für die Sanierungsarbeiten ist ebenfalls gelb und 51 Meter hoch. Er wird das Schloss überragen. Für die Arbeiten im letzten Jahr brauchte es keinen Kran, da vom Gerüst aus an der Fassade gearbeitet wurde. Doch dieses Jahr wird auch das Dach des Bernerhauses saniert.

Montag: Ein Tag für Schweres

Der Turm des Krans kommt in einzelnen Elementen angeflogen. Arbeiter klettern in schwindelerregende Höhen und schlagen Bolzen ein, die dicker sind als ihre Arme. Der Arm des Krans ist 60 Meter lang. Mit ihm werden auch Lasten in den Schlosshof gehievt. Der Kran kann beim Arm 8 Tonnen heben, vorne sind es noch 1,7 Tonnen. Wenn der Kran fertig montiert ist, werden die Fundamente mit einer Gitterwand abgesperrt.

Für die Fussgänger bleibt eine Passage zwischen Kran und Mauer offen. Das Schloss wird während der Museumsöffnungszeiten saniert. «Wir werden alle Arbeiten mit den grösstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen durchführen», sagt Urech. Nach Möglichkeit könnte bei grösseren Transporten Rücksicht genommen werden, indem sie auf den Montag gelegt werden, wenn das Museum geschlossen hat. Deshalb wurde auch die Kranmontage an einem Montag durchgeführt.

Nachdem der Turm zusammengesetzt ist, schwebt in der Mitte des Nachmittags die Führerkabine hoch. Danach der hintere Teil des Obendrehers mit dem Gegengewicht. Fünfzig Meter über dem Boden setzen die Männer die riesigen Teile zusammen. Sie arbeiten mit ruhigen Handgriffen, manchmal rufen sie einander Anweisungen zu. Gegen Abend ist das Giganten-Lego beendet. Der Kran steht.

Mächtig: Schloss Lenzburg
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Das Schloss Lenzburg in Bildern
Kühle Lenzburger Schlossmauern.
Blick von oben auf Schloss Lenzburg.
Herbststimmung beim Schloss Lenzburg
Abendrot über dem Schloss Lenzburg.
Blick auf den Schlossberg Lenzburg
Das beleuchtete Schloss Lenzburg.
Schloss Lenzburg in der Nacht – ohne Scheinwerferlicht
Das beleuchtete Schloss Lenzburg – während eines Gewitters.
Schloss Lenzburg im Winterzauber
Das Stapferhaus auf dem Schloss Lenzburg.
Sonnenaufgang über Schloss Lenzburg am 20. Dezember 2015
Blick vom Schloss auf die Stadt Lenzburg.
Blick vom Schloss auf den Goffersberg mit der Linde.
Schloss Lenzburg in der Abenddämmerung.
Schloss Lenzburg in den frühen Morgenstunden
Nun noch einige historische Bilder Der Schlossberg im Jahr 1905 – Blick vom Goffersberg.
Lenzburg Schloss (1918-1937)
Schloss Lenzburg im Jahr 1963
Schloss Lenzburg auf einer Postkarte von 1941
Schloss Lenzburg im Jahr 1963
Lenzburg Schloss, Postekarte 1922
Schloss Lenzburg 1931

Mächtig: Schloss Lenzburg

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