Lenzburg
Neue Stele leitet Besucher auf Umwegen durch die Altstadt

Das neue Fussgänger-Leitsystem führt Ortsunkundige auf einem anderen Weg durch die Stadt als Einheimische.

Heiner Halder
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Die Stele des Anstosses.HH

Die Stele des Anstosses.HH

Mario Heller

Wegweiser wären eigentlich dafür da, Ortsunkundigen den kürzesten Weg zum Ziel zu weisen. Eine an der Aabachbrücke beim Brunnen neu aufgepflanzte Stele sorgt indes bei Einheimischen für Irritation: Wer Wege und Stege im Städtchen kennt, gelangt vom Knoten Bleicherain-Seonerstrasse via Aavorstadt geradeaus rasch und sicher in die Altstadt.

Die neue offizielle Wegführung weist die Stadtwanderer hingegen auf die Bachstrasse, am Mülimärt vorbei hinunter in die Unterführung und von dort wieder hinauf über den Hypiplatz ins Stadtzentrum. Eine unnötige Zusatzschlaufe zu den Zielen wie Schloss, Altstadt, Berufsschule Lenzburg, Hotels, Mehrzweckhalle, Stadtkirche oder Tourismusbüro

Ausbau Fussgänger-Leitsystem

Die Stele am Eingangstor zur Altstadt steht nur scheinbar verkehrt in der Landschaft, klärt Thomas Hofstetter vom federführenden Stadtbauamt auf. Sie ist Teil der 2. Etappe des seit 2013/14 realisierten Fussgänger-Leitsystems: «Dieses ist für den ortsunkundigen Gast gedacht und nicht für Einheimische, die selbstverständlich Abkürzungen und Schleichwege kennen und nutzen.» Das Netz führt grundsätzlich auf einfache, logische und logistische Weise zu primär touristischen und Zielen von allgemeiner Wichtigkeit.

Am Anfang stand die einheitliche, klare Signalisation der Fussgängerverbindungen vom Bahnhof via Altstadt und auf den beiden Zugängen hinauf zum Schloss, womit die damaligen vielen kleinen, verwirrlichen Hinweistafeln reduziert und optimiert werden konnten.

Die blau-grauen Stelen wurden übereinstimmend auch für das Museum Aargau, das Stapferhaus und den Rittersaal des Schlosses gestaltet. Zur «Signaletik» gehören übrigens auch die einheitlichen Gebäudebezeichnungen an historischen und öffentlichen Gemäuern.

Dieser Hauptachse folgt nun in 2. Etappe mit sechs Stelen die Ergänzung mit den wichtigsten Querverbindungen. Das sind: die Verknüpfung vom Bahnhof einerseits ins neue Quartier im Lenz, anderseits zu Kletterhalle und Hammerpark; von der Unterführung der Kernumfahrung zum Lenz, Kletterhalle und Hammerpark einerseits, anderseits zu Müllerhaus, Alterszentrum, Schwimmbad und Sportanlage; zum dritten die eingangs erwähnte Stele an der Aabachbrücke. «Durch diese Anordnung wird der Besucher immer wieder auf die Hauptachse zurückgebracht», begründet Thomas Hofstetter das Konzept, welches bei Bedarf erweitert wird.

Hofstetter weisst noch darauf hin, dass das Fussgänger-Leitsystem neben der Verbesserung der Orientierung durchaus noch einem andern Zweck dienlich ist: «Es ist ein ehrenwerter Hintergedanke, dass die auswärtigen Gäste bewusst durch die Altstadt mit der Rathausgasse geschleust werden.»