Lenzburg
Kartoffeln ausgraben, kochen und gleich essen

Das Projekt «Chrut und Rüebli uf de Gass» fand seinen Abschluss – geerntet wurde aber nicht nur Gemüse.

Sonja Furter
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In der Lenzburger Rathausgasse wurde im Rahmen des Projekts "Chrut und Rüebli uf de Gass" Gemüse geerntet, gekocht und gegessen.
15 Bilder
Chrut und Rüebli uf de Gass
Das Gemüse wurde vor Ort geerntet
Beim Mittagessen in der Rathausgasse
Projektleiterin Priska Keel im Gespräch
Beet von Anke, Ewa und Cornelia
Köstlichkeiten aus Gemüse und Kartoffeln
Kartoffeln
In Bottichen wurde das Gemüse gewaschen
Frisch geerntet
Gemüsepfanne wird umgerührt
Frisch geerntete Kartoffeln
Ernteerfolg
Gemüseköstlichkeiten
Geschafft! Diese Kartoffel ist ausgegraben

In der Lenzburger Rathausgasse wurde im Rahmen des Projekts "Chrut und Rüebli uf de Gass" Gemüse geerntet, gekocht und gegessen.

Sonja Furter

Während rund fünf Monaten war die ganze Lenzburger Rathausgasse ein Gemüsebeet. Dicht an dicht reihten sich die 40 Holzgefässe, in denen die mittlerweile reifen Kohlrabi, Rüebli, Kartoffeln, Zucchetti, Bohnen und andere Gemüse-Sorten darauf warteten, geerntet zu werden. Begonnen hatte die Aktion «Chrut und Rüebli uf de Gass» am öffentlichen Pflanztag im Mai. Am Wochenende kam der Tag der Ernte. Vor Ort wurden aus dem Gemüse verschiedene Gerichte gekocht.

Am Samstag wurde in der Erde gewühlt und ausgegraben, was gewachsen war. Während einige Passanten neugierige Blicke in die Beete warfen, packten andere gleich mit an. Sie halfen, Gemüse zu ernten, schnitten rote Randen kunstvoll in Scheiben, oder halfen beim Kochen. Ein Mädchen wühlte mit erdigen Fingern im Beet, bis es auch die letzte Kartoffel gefunden hatte. Stolz streckte es seinen Fund in die Luft.

Daneben hantierte ein Mann mit Stechgabel und Schaufel. Und erntete etwas unerwartet einen schwarzen Autoschlüssel, den jemand im Beet verloren hatte. Begeistert vom Anlass war Saad Ahmed, 36, aus Lenzburg. «Die Aktion «Chrut und Rüebli uf de Gass» fand ich super. Meine Tochter konnte hier mit anderen Kindern spielen und bei der Ernte mithelfen. Das Mittagessen aus Gemüse fand ich sehr lecker!»

Glacé schmolz in der Tasche

Gekocht wurde, was geerntet wurde. Eine spannende Herausforderung für die Köche Werner, Martin, Ruth und Rose, wie letztere ausführte: «Ich weiss nie genau, was gerade geerntet wird: da kommt mal ein Kohlrabi, ein Rüebli und dann Kartoffen. Es gefällt mir, einfach spontan mit dem zu kochen, was gerade da ist.» Das Gemüse wurde im Öl gebraten, mit etwas Salz und Pfeffer verfeinert und mit Kräutern garniert.

Daraus entstand ein breites Menü-Angebot: Kartoffelscheiben mit Kräutern, eine bunte Gemüsepfanne, orange Zucchini-Blüten, gedämpfte Bohnen oder verschiedene Kohlsorten.

Eine Passantin war so begeistert davon, dass sie einen Teller Gemüse kostete, obwohl dadurch die Glacé in ihrem Einkaufskorb in der Sonne schmolz. Auch sonst blieben viele Leute in der Rathausgasse stehen oder blieben spontan zum Mittagessen.

Kaum Gemüseklau

Erfreut über den Erfolg des Anlasses zeigte sich Projektleiterin Priska Keel. «Die Rückmeldungen der Leute sind positiv. Und unser Ziel, dass die Menschen am Projekt aktiv mitwirken, haben wir erreicht. Schon das Anpflanzen war eine gemeinsame Aktion». Vandalismus oder Gemüseklau habe es kaum gegeben, so Keel. Wenn, dann sei mal ein Plastikbecher oder eine Bierflasche in einem Beet liegen geblieben. «Der Gesamt-Ertrag war höher, als wir es erwartet hatten. Besonders gut gediehen sind Bohnen, Kartoffeln und Randen.», freute sich Priska Keel.