Einwohnerrat
Historisch! Siege für die Lenzburger Fussballer und die Freischaren

Der Einwohnerrat genehmigte im zweiten Anlauf 2 Mio. Fr. für die Sanierung der Sportanlage «Wilmatten» mit Bau eines Kunstrasens.

Urs Helbling
Drucken
Teilen
Stefan Zingg (r.) berichtet im Rittersaal vom Sieg der Freischaren und führt die Fahne und den Fähnrich der Kadetten vor.

Stefan Zingg (r.) berichtet im Rittersaal vom Sieg der Freischaren und führt die Fahne und den Fähnrich der Kadetten vor.

Urs Helbling / Aargauer Zeitung

Aus Sicht der Ur-Lenzburger war die Einwohnerratssitzung vom Dienstag historisch. Ein bisschen, weil sie in der Jugendfestwoche und erst noch im Rittersaal stattfand. Aber vor allem, weil die Freischaren um 20.18 Uhr in die Parlamentssitzung hineinplatzen und ihrem General, de FDP-Einwohnerrat Stephan Weber (er in zivil), lautstark berichteten, wie sie im Manöver schon den zweiten Etappensieg erzielt hatten.

Stolz zeigte das Team von Stefan Zingg die erbeutete Kadettenfahne. General Weber lobte seine Freischaren, rief aber auch dazu auf, durchzuhalten: «Ihr dürft nicht nachlassen.» Der Kampf geht im Corona-Jahr über fünf Etappen. Noch ist völlig offen, ob die Freischaren am Freitag nicht doch wieder – wie immer – als Verlierer vom Felde ziehen werden (die Schlacht wird ab 15 Uhr auf einem Livestream übertragen).

Der FC soll sich stärker finanziell engagieren

Es war ein schöner Zufall, dass Stefan Zingg der Zugführer der Fussballer ist. Denn der FC Lenzburg stand im Mittelpunkt des wichtigsten Geschäftes des Abends. Weil sich der 2019 bewilligte Kredit von knapp 1,5 Millionen Franken als zu tief erwies, gabs eine neue Vorlage: Dieses Mal mit einem Antrag von 2 Millionen Franken und einem unverfüllten Kunstrasen, wie das das Parlament gefordert hatte.

Die Grünliberalen versuchten nochmals die Kunstrasen-Debatte zu lancieren. «Der Kunstrasen ist nicht die beste Wahl», erklärte Chantal Toker (GLP). Er sei in der Ökobilanz mindestens 40 Prozent schlechter als Naturrasen. «Es ist nicht korrekt, wenn man den Kunstrasen schönredet.» Während die SP Stimmfreigabe herausgegeben hatte, sprachen sich FDP und SVP einhellig für den Kredit aus. Einhellig wurden die Aktivitäten des FC Lenzburg gelobt. Und, so Kaspar Schoch (FDP): «Der Fussball spielt eine sehr grosse Rolle in unserer Gesellschaft.»

Es wurden aber auch Wünsche geäussert: So genügt laut Christina Bachmann (Die Mitte) eine Beteiligung des Vereins von 50000 Franken nicht. «Wir gehen nochmals auf den FC zu und sagen, ihr müsst die Geldsuche intensivieren», versprach Stadtrat Martin Steinmann (FDP). Seine Partei forderte die Exekutive auf, auch mit Staufen ein zweites Mal zu sprechen (hat bisher 100000 Fr. zugesagt). Und die SP erwartet vom FCL etwa vermehrte Aktivitäten im Bereich Frauenfussball.

Der 2-Mio-Kredit wurde schliesslich mit 29 zu 5 Stimmen genehmigt

Noch nicht behandelt wurde gestern ein Antrag über 917500 Franken für die Sanierung des Feuerwehrgebäudes Bollberstrasse. Es sind noch Detailabklärungen über eine allfällige Erhöhung der Tore nötig.

Aktuelle Nachrichten