Holderbank/Veltheim
Eine Geldsammelaktion fast wie ein Märchen – Aaresteg feierlich eröffnet

Bisher hat der Aaresteg vor allem durch seine aussergewöhnliche Finanzierung beeindruckt. Am Samstagvormittag nun wurde die 140 Meter lange Fussgängerbrücke mit einem feierlichen Anlass und rund 300 Gästen eröffnet.

Markus Christen
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Mit dem Banddurchschnitt geben die Ammänner Herbert Anderegg, Holderbank, und Ulrich Salm, Veltheim, die Brücke frei.

Mit dem Banddurchschnitt geben die Ammänner Herbert Anderegg, Holderbank, und Ulrich Salm, Veltheim, die Brücke frei.

Markus Christen

Vor fast genau einem Jahr wurde das Projekt zur Sanierung des Aarestegs, der die Gemeinden Holderbank und Veltheim verbindet, zur allgemeinen Mitfinanzierung auf der regionalen Crowdfunding-Plattform «ideenkicker.ch» aufgeschaltet. Erstmals wurde schweizweit ein Infrastrukturprojekt der öffentlichen Hand zur Schwarmfinanzierung ausgeschrieben.

Mit über 42 000 Franken, die auf diese Weise generiert wurden und den Finanzbeiträgen der Gemeinden Holderbank, Veltheim und Möriken-Wildegg sowie von Industrie und Gewerbe, erwies sich die Sammelaktion als grossartiger Erfolg.

Am Samstagvormittag wurde die 140 Meter lange Fussgängerbrücke mit einem feierlichen Anlass und rund 300 Gästen eröffnet. Als Festredner trat unter anderem Rolf Bohnenblust, Geschäftsleitungsmitglied der Hypothekarbank Lenzburg, auf. Die Hypothekarbank hat gemeinsam mit dem Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) die Plattform «ideenkicker.ch» lanciert.

«Dass bereits das erste Finanzierungsprojekt auf ideenkicker.ch so erfolgreich war, hat uns überwältigt», sagte Bohnenblust. «Seit der Aarestegsanierung sind bereits sieben weitere Projekte auf der Plattform aufgeschaltet und auch realisiert worden. Ich bin überzeugt, dass das Crowdfunding als Unterstützung für regionale Projekte Schule machen kann.»

Das Interesse der Bevölkerung

Dies sahen im Übrigen auch viele der Gäste an der Eröffnungsfeier so. Sie sind froh und glücklich, dass die ehemalige Industriebrücke mit Förderband nach neun Jahren wieder für Fussgänger begehbar gemacht wurde. «Ich kenne viele Personen aus der Gemeinde, die sich an der Finanzierung beteiligt haben», sagte Peter Frei aus Holderbank. Wiederholt wurde auch betont, dass die Finanzierung durch Crowdfunding eindrücklich das grosse Interesse der Bevölkerung an der Sanierung widerspiegle.

Umfrage: Was sagen Sie zum sanierten Aaresteg und zur ganz speziellen Geldsuche für dessen Erneuerung übers Internet?

Betty Umiker (77), Holderbank «Ich erinnere mich noch gut an den Bau der Brücke in den 50er-Jahren. Wir haben uns sehr darüber gefreut. Als die Brücke geschlossen wurde, habe ich das bedauert. Die Idee, die Sanierung des Stegs mithilfe von Schwarmfinanzierung zu ermöglichen, hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich habe gerne einen Beitrag dazu geleistet.»
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Walter Gloor (75), Niederlenz «Eine spezielle Beziehung zum Aaresteg habe ich nicht. Aber ich finde es sehr gut, dass nun eine direkte Verbindung zwischen Holderbank und Veltheim wiederhergestellt ist. Davon profitieren die Menschen aus der ganzen Region. Auch die Art der Finanzierung finde ich super. Ich freue mich, dass dieses Projekt so erfolgreich geworden ist.»
Peter Frei (70), Holderbank «Wir sind als Kinder oft übers Band gegangen. So nannte man den Steg damals im Dorf. Dass das Band geschlossen werden musste, fand ich schade. Wenn wir mit dem Hund spazieren gingen, mussten wir den Umweg über Schinznach machen. Dementsprechend froh sind meine Frau und ich, dass der Steg nun wieder offen ist.»
Marietta Schneeberger (66), Holderbank «Ich habe den Aaresteg früher oft benutzt und habe mich riesig darüber gefreut, dass der Übergang nun saniert wurde. Ich werde ihn wahrscheinlich schon morgen ein erstes Mal benutzen. Auch die spezielle Art der Finanzierung hat mich ausserordentlich beeindruckt. Ich kann mir vorstellen, dass diese Form für andere Projekte auch sinnvoll ist.»
Michael Wild (30), Holderbank «Für mich war das Band die beste Verbindung, um in die Gisliflue zu gelangen und dort zu joggen. Deshalb habe ich auch keinen Moment gezögert und das durch Crowdfunding finanzierte Sanierungsprojekt unterstützt. Der Betrag, der damit zustande gekommen ist, hat auch bewiesen, dass die Bevölkerung ein grosses Interesse an der Sanierung hatte.»

Betty Umiker (77), Holderbank «Ich erinnere mich noch gut an den Bau der Brücke in den 50er-Jahren. Wir haben uns sehr darüber gefreut. Als die Brücke geschlossen wurde, habe ich das bedauert. Die Idee, die Sanierung des Stegs mithilfe von Schwarmfinanzierung zu ermöglichen, hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich habe gerne einen Beitrag dazu geleistet.»

ZVG

Den symbolischen Gehalt der Brückensanierung stellte Heinz Bürki, Vizepräsident des LLS, in den Vordergrund. «So wie die Brücke verbindet, ist auch der Lebensraum Lenzburg Seetal daran interessiert, die Gemeinden der Region zu verbinden. Die Sanierung des Aarestegs hat gezeigt: Ein Ziel kann man erreichen, wenn alle am gleichen Strick ziehen, die Bürger, die Politik und die Wirtschaft.»