Zofingen

Kein Geld zum Flicken: Stadt-Brunnen verliert jeden Tag Dutzende Liter Wasser

Der Brunnen beim Lindenplatz in Zofingen verliert täglich viel Wasser

Der Brunnen beim Lindenplatz in Zofingen verliert täglich viel Wasser

Der Brunnen auf dem Lindenplatz in Zofingen verliert Tag für Tag viel Wasser. Doch die Stadt will vorerst nichts unternehmen, auch weil sie kein Geld zum Flicken hat. Derweil will man den Brunnen täglich mit einem Schlauch befüllen – oft vergebens.

Er gehört inhaltsmässig zu den grössten fliessenden Brunnen in der Zofinger Altstadt: der Lindenplatz-Brunnen; gespiesen wird er mit Wasser aus dem Steinbruchboden.

Seit einiger Zeit verliert der Trog in grösserer Menge Wasser. Wenn es gut geht, füllt er sich gerade noch bis zur Hälfte - und dann ist es vorbei.

Das Problem sei bekannt, erklärt die zuständige Stadträtin Käthi Hagmann (Leiterin des Ressorts Werkhof, dem die öffentlichen Brunnen angegliedert sind).

Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass der Schaden nicht ganz einfach zu beheben ist, das heisst, das Leck befinde sich irgendwo unter dem Brunnentrog.

Eine genaue Kontrolle beziehungsweise eine fach- und sachgerechte Reparatur bedinge, dass der Brunnen mit einem Pneukran angehoben werden müsse, damit das Leck im Untergrund gesucht und repariert werden könne. Laut Christoph Wälti, Chef Werkhof, ist dies mit einigen Kosten verbunden, im schlechtesten Fall mit Aufwendungen bis zu 30 000 Franken.

Mit Schlauch aufgefüllt – vergeblich

«Wir werden die Sache im Auge behalten und einen entsprechenden Betrag in den Voranschlag 2014 aufnehmen.»

Bis dahin werde der Brunnen auf dem Lindenplatz von den Werkhofleuten, wenn nötig, jeweils via einen Schlauch etwas aufgefüllt, damit er «e Gattig macht», sagt Stadträtin Hagmann.

Gestern Morgen wurde er nun erstmals von Mitarbeitern des Werkhofs via einen «Feuerwehrschlauch» aufgefüllt - und gegen Abend hatte er sich bereits wieder recht beachtlich entleert ...

Der Brunnen auf dem Lindenplatz stand früher in der Engelgasse. Aufgrund der dortigen Gassenkorrektion, die der Stadtrat 1850 beschloss, musste der markante Brunnen weichen.

Er wurde renoviert und fand seinen neuen Standort auf dem Lindenplatz. - Gemäss Auskunft der «Leute an der Front» benötigt nicht nur der Lindenplatz-Brunnen dringend Unterhaltsarbeiten.

Menschen siedelten sich nur dort an, wo Wasser zu finden war - ohne Wasser kein Leben. Das war auch in Zofingen nicht anders.

Einerseits waren es die beiden Stadtbäche, welche von Osten her der Stadt zuflossen, anderseits das Quellwasser von den östlichen Hängen; dazu kam dann auch noch das Grundwasser.

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich die Bewohnerinnen und Bewohner mit Wasser an den Stadtbächen, und an den Stadtbrunnen zu bedienen; eine Wasserversorgung, wie sie heute selbstverständlich ist, kannte man in der «guten alten Zeit» noch nicht.

Am 24. Oktober 1887 beschloss die Einwohnergemeindeversammlung auf Antrag des Stadtrats den Bau einer Wasserversorgung - und am 10. Mai 1890 konnte sie in Betrieb gesetzt werden.

Eine Besonderheit unter den Altstadt-Brunnen sind die in den Innenhöfen. Sie besitzen einerseits eine eigene Umgebung und anderseits eine besondere Ausstrahlungskraft - abseits des pulsierenden Altstadtlebens.

Von der Engelgasse her betritt man durch das mächtige Tor des Weibelhauses den Innenhof des Rathauses. Der gepflästerte Platz wird geprägt von den markanten Fassaden des Rathauses und des Weibelhauses, und die Dächer der angrenzenden Häuser bilden einen aufgelockerten Abschluss.

In dieser Umgebung steht vor einer Linde der älteste fliessende Brunnen, auf dessen Trog und Brunnenstock die Jahrzahl 1720 steht.

Brunnenpreis erhalten

Letztes Jahr erhielt Zofingen den mit 20 000 Franken dotierten Brunnenpreis der Ernst und Hanna Hauenstein-Stiftung. Dieser wird seit 1997 an eine schweizerische Gemeinde vergeben.

Der Preis soll Auszeichnung und Belohnung dafür sein, dass sich die betroffene Gemeinde besonders verdient gemacht hat um die Erhaltung und Gestaltung von historischen Brunnenanlagen samt der nähern Umgebung.

Der Preis wird also gestiftet, um die Gemeinde anzuspornen, ihre bedeutenden historischen Brunnenanlagen lebendig und baulich auch intakt zu erhalten.

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