Wegen Lockdown?
So sehr hat die Anzahl Hunde im Aargau zugenommen – und hier leben die meisten «Hündeler»

Seit Jahren nimmt die Anzahl Hunde, die im Aargau leben, stetig zu. Im vergangenen Herbst war die Zunahme besonders markant. Zwischen den Gemeinden gibt es jedoch grosse Unterschiede.

Dominic Kobelt
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43'772 Hunde waren im Aargau am 30. Juni registriert – das macht einen Hund auf etwa 16 Aargauerinnen und Aargauer. Oder anders gesagt: Im Aargau leben etwas mehr als sechs Hunde pro 100 Einwohner. Das ist schweizweit gesehen Mittelfeld. In Appenzell Ausserrhoden sind es über 24 Hunde pro 100 Einwohner, im Jura 12 und im Tessin 9. In Appenzell Innerrhoden sind es dagegen nur knapp zwei Hunde auf 100 Menschen, in Basel knapp drei, in Zürich und Zug vier.

Mehr Hunde wegen Corona?

Die Coronakrise hatte unter anderem zur Folge, dass soziale Kontakte eingeschränkt wurden. Haben sich die Menschen in dieser Zeit – in der Einsamkeit für viele zum Problem wurde – vermehrt vierbeinige Freunde angeschafft? In der Statistik lässt sich im Frühjahr 2020 zwar ein Anstieg feststellen, der bewegt sich aber etwa im normalen Rahmen. Hingegen konnte Astrid Becker, Präsidentin vom Aargauischen Tierschutzverein, eine Zunahme feststellen:

«Wir hatten im letzten Jahr viel mehr Anfragen.»

Zeitweise habe der Tierschutz fast keine Hunde mehr gehabt, für die ein Platz gesucht wurde. Auch bei den Katzen sei das Phänomen zu beobachten gewesen.

Dabei betont Becker, dass man Tiere nicht ohne weiteres jemandem abgebe, die Halter müssen gewisse Voraussetzungen erfüllen: «Wir schreiben schon auf unserer Website, was wir uns vorstellen. Ob ein Hund beispielsweise einen Halter mit viel Erfahrung braucht, oder ob ein zweites Tier im Haushalt möglich ist.»

In der Statistik lässt sich erkennen, dass im Herbst 2020 die Kurve etwas steiler ansteigt als gewöhnlich. Vergleicht man die monatlichen Zahlen jeweils mit denen aus dem Vorjahr, so bewegt sich der Zuwachs jeweils zwischen 1,5 und 2,3 Prozent. Im Oktober 2020 waren es dann schon 2,8 Prozent, im Juni 2021 sind es 4 Prozent. Ob dies eine «Nachwirkung» der Pandemie ist, ist indes nicht klar.

Vom Jagd- zum Schosshund

Chihuahua.

Chihuahua.

fotolia

Belegen lässt sich dagegen, dass die Tiere heute vermehrt als Begleit- und Familienhunde gehalten werden. Waren es früher insbesondere Jagd- und Wachhunde, lässt sich anhand der Rassenwahl ablesen, dass diese nicht mehr den Hauptteil der Schweizer Hunde ausmachen. Nebst den Mischlingen sind hierzulande Chihuahua am meisten vertreten. Diese ist als die kleinste Rasse der Welt bekannt. Auf den weiteren Spitzenrängen folgen Labrador Retriever, Yorkshire Terrier und Jack Russell Terrier.

Nicht nur die Rassen, auch die Namen der Hunde werden registriert. Und das sind die beliebtesten Namen für Hündinnen und Rüden:

In Olsberg sind Hunde besonders beliebt

Nicht nur zwischen den Kantonen, auch innerhalb des Aargaus gibt es grosse Unterschiede, was die Anzahl gehaltener Hunde betrifft. Wenig verwunderlich ist, dass in den städtischen Gemeinden das Verhältnis von Zwei- zu Vierbeinern ein anderes ist als auf dem Land. Am wenigsten Hunde pro Einwohner leben in Spreitenbach, nämlich zwei Hunde pro 100 Einwohner. Auch in den Städten Windisch, Wettingen, Baden, Aarau und Lenzburg sind es vier oder weniger Hunde pro 100 Einwohner. Ganz anders in Olsberg: Hier kommen auf 100 Menschen fast 25 Hunde. Auch in den Gemeinden Schlossrued, Schmiedrued, Geltwil, und Böbikon sind es noch über 15.

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