Wahlkampf

Vergleicht die BDP Kriegsopfer mit Schweizer Käse? Das sagt Guhl zum Waffenexport-Plakat

Mit dem Plakat will die BDP darauf aufmerksam machen, dass sie die einzige bürgerliche Partei ist, die die Initiative gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer befürworte, so Nationalrat Berhard Guhl.

Mit dem Plakat will die BDP darauf aufmerksam machen, dass sie die einzige bürgerliche Partei ist, die die Initiative gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer befürworte, so Nationalrat Berhard Guhl.

«Keine Waffenexporte in Bürgerkriegsländer. Damit niemand aussieht wie dieses Exportprodukt.» Das steht auf einem Wahlplakat der BDP, die sonst selten auf provokative Plakate setzt. Ist das Motiv pietätlos?

Langweilig, aber gut – das ist das Motto der BDP im diesjährigen Wahlkampf. Das Plakat über Waffenexporte ist jedoch alles andere als langweilig: es zeigt einen Emmentalerkäse mit dem Slogan: «Keine Waffenexporte in Bürgerkriegsländer. Damit niemand aussieht wie dieses Exportprodukt.» Einige Leser finden das Sujet geschmacklos, den Vergleich eines durchlöcherten Käselaibs mit Kriegsopfern pietätlos.

«Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass die BDP die einzige bürgerliche Partei ist, die hinter der Waffenexport-Initiative stehe, die ein Exportverbot in Bürgerkriegsländer fordert», erklärt Bernhard Guhl, Nationalrat der BDP. Pietätlos findet er es nicht: «Das wäre es, wenn wir beispielsweise Kriegsopfer zeigen würden.»

Einige der BDP-Wahlplakate:

Warum greift die BDP zu dieser provokativen Bildsprache? «Das Thema ist ernst und wichtig, deshalb ist dieses Plakat eines der angriffigeren», sagt Guhl. Der Aargauer ging immer wieder hart mit der Türkei ins Gericht. Nach der neuerlichen Offensive sagte er gegenüber CH Media: «Der türkische Angriff ist völkerrechtswidrig. Das Ziel ist eine ethnische Säuberung, wie in Afrin.»

Das Plakat falle aber nicht aus der Reihe, findet Guhl. Auch andere Sujets seien durchaus angriffig. Gab es auch Kritik? «Kaum, insgesamt ist unsere Kampagne sehr gut angekommen, selbst bei Politikern von anderen Parteien.»

Einzig über das Plakat am Zürcher HB hätten sich einige wenige aufgeregt. Darauf wird Rosmarie Quadranti von der BDP als Sachpolitikerin betitelt, neben ihr Roger Köppel als Drama-Queen. «Man muss sich fragen, ob wir damit nicht mehr Werbung für Roger Köppel gemacht haben als für uns», sagt Guhl. Trotzdem ist er sehr zufrieden: «Ich denke, unsere Plakate sind witziger und peppiger als die der anderen Parteien.»

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