Ab 1970 war die Windischerin Margrit Fuchs in Ruanda tätig, um Bedürftige zu unterstützen. Um die Hilfeleistungen zu institutionalisieren und zu fördern, gründete sie 1988/89 zusammen mit dem Priester Josaphat das «Bureau Social» von Gitarama. Dies war die Geburtsstunde des Hilfswerks von Margrit Fuchs.

1992, im Alter von 75 Jahren, wollte sie nach Windisch zurückkehren. Doch vor ihrer Abreise brachte ihr Josaphat eine Schar ausgehungerter Waisenkinder mit der Bitte, ihnen das Leben auf der Strasse zu ersparen. Margrit brachte es nicht über sich, sie im Stich zu lassen – und blieb. Sie brachte die Kinder in alten Hütten unter, doch immer mehr Waisen- und Strassenkinder wurden ihr zugeführt, viele mit vor Hunger aufgeblähten Bäuchen. Nach anderthalb Jahren betreute sie 220 Kinder!

Die freiwilligen Spendenhelfer bei ihrer Arbeit im AZ-Newsroom in Aarau.

Die freiwilligen Spendenhelfer bei ihrer Arbeit im AZ-Newsroom in Aarau 2017.

Akute Raumnot

Die Unterbringung wurde zu einem grossen Problem. Im Dezember 1993 schrieb sie Bekannten, sie müsse dringend einen Heim-Neubau erstellen, der koste aber 30'000 Franken und ihr fehle das Geld. Die Redaktion des «Badener Tagblatts» erhielt von einem Briefempfänger das Schreiben und beschloss, spontan und ohne Wissen von Margrit Fuchs, am 21. Dezember 1993 in der Zeitung eine Sammelaktion für dieses Projekt zu starten. Die Leserschaft war tief beeindruckt vom Wirken der 76-jährigen Frau und meldete bis zum 24. Dezember Spendenzusagen von 180'000 Franken; Ende Januar waren es 320'000 Franken. Für die Empfängerin war dies, wie sie der Zeitung schrieb, «das grösste Geschenk meines Lebens».

Damit war der Grundstein gelegt für den Aufbau des Hilfswerkes. Die Redaktion dachte zunächst nicht an eine Fortsetzung der Sammelaktionen. Doch dann begann in Ruanda ein furchtbarer Völkermord, der gegen eine Million Tote forderte, aber auch einen enormen Anstieg der Zahl der Waisen- und Strassenkinder bewirkte. Margrit Fuchs war stärker gefordert denn je. In Absprache mit ihr wurden die Sammelaktionen ab 1994 fortgesetzt, wobei immer mehr Aktivitäten zugunsten der ärmsten Familien und der Kinder entwickelt werden konnten. Die Hilfswerk-Leiterin blieb bis zu ihrem 90. Altersjahr mit enormem Engagement tätig. 2007 starb sie bei einem Verkehrsunfall in Ruanda. Seither setzt eine Stiftung, angeführt von einem ehrenamtlich tätigen Stiftungsrat, die Aktivitäten fort und weitet sie aus. Nun beginnt die 25. Sammelaktion. Die Zahl der beteiligten Zeitungen innerhalb der AZ-Medien ist inzwischen angewachsen.

Leser tragen das Hilfswerk

Dass die Leserinnen und Leser mit ihren bei den Weihnachtsaktionen überwiesenen Spenden die Hauptträger des Hilfswerkes sind – damit werden rund 90 Prozent der Ausgaben für das Engagement zugunsten der Bedürftigen bezahlt –, ist wohl einzigartig und grossartig. Das Geld kommt ohne Spesenabzüge oder Administrationskosten den Bedürftigen zugute.

Zu einem «Markenzeichen» der traditionellen Weihnachtssammlung ist das Konzept geworden, wonach die Spender selber wählen können, wofür ihr Geld verwendet werden soll: für Schulgelder an momentan 1500 Kinder aus armen Familien, für die Betreuung von Waisen und vernachlässigten Kindern – derzeit sind es 460, Tendenz stark steigend –, für Viehabgaben an mittellose Familien, Berufsausbildung und anderes mehr. Tausende von Menschen in Not erhalten dank den Spenden aus der Sammelaktion Unterstützung im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Der Stiftungsrat möchte den Spendern denn auch von ganzem Herzen danken. Auch den beteiligten Zeitungen spricht er für die grosse publizistische Unterstützung ein herzliches Dankeschön aus.

Stand: 11.12.2018

625'220 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
So können Sie bis zum 11. Dezember bestellen und spenden:

  • Waisenhilfe: Betreuung eines Kindes in einem Waisenhaushalt 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Weitere Zweckbestimungen: Beliebiger Betrag für Betreuung Strassenkinder, Kinderheim, berufliche Ausbildung Jugendlicher, Kantine, Mütterstation, mittellose Spitalpatienten, Kleinkredite, Solarpanels, Nothilfe u.a.m.

Spenden können Sie wie folgt:

  • Telefon: 058 200 50 25 (werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr)
  • E-Mail: ruanda@chmedia.ch
  • Direktüberweisungen sind wie folgt möglich:
  • Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda, 5210 Windisch
  • Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf
  • Konto/IBAN: CH42 8069 0000 0022 2228 0
  • Clearing-Nr. 80690
  • Post-Konto der Bank: 50-4158-4
  • Vermerk: Stiftung Margrit Fuchs Ruanda
  • Auch bei Direktüberweisung bitte Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein zu. Die Spenden sind in allen Kantonen bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat des Hilfswerkes verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

Jede Spende fliesst ungeschmälert nach Ruanda


Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen und der Stiftungsrat sowie das Helferteam ehrenamtlich arbeiten, kommt jeder Franken vollumfänglich den Notleidenden in den Distrikten Muhanga/Gitarama, Kamonyi und Nyamagabe zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
  • Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“
Hier geht es zum Formular: