Am nächsten Sonntagabend wird im Schweizer Fernsehen SRF erstmals die neue Sendung «Arena/Reporter» ausgestrahlt. Das Konzept: Zuerst wird ein Dokfilm gezeigt und anschliessend eingehend darüber diskutiert. Die Premiere sorgt schon jetzt für einigen Wirbel. Grund ist der Aargauer Protagonist Christian Kast.

Wie «Arena»-Redaktionsleiter und -Moderator Jonas Projer im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» ankündigte, werde in der Auftaktsendung ein Film über Kast gezeigt. Der Aargauer aus Sisseln im Fricktal hatte 2015 seine beiden Töchter aus einer Wohngruppe in Trimbach SO entführt. Dort waren sie nach einem Entscheid des Familiengerichts Laufenburg fremdplatziert worden. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hatte den Eltern nach einer Gefährdungsmeldung und einem Kontrollbesuch im September 2014 die Obhut über die Kinder entzogen.

Kasts Frau setzte sich 2015 mit den Kindern auf die Philippinen ab. Moderator Projer sagte am Samstag im Interview: «Dort leben sie nun. Aber unter welchen Umständen?» Ziel sei, in der Sendung über diese Geschichte zu diskutieren und die wichtigen politischen Fragen zu stellen.

Im Interview mit Tele M1 erzählt Christian Kast am 27. Juli, wie die Eltern vorgegangen sind und was er nun machen will. Kurz danach tauchen zivile Polizisten der Aargauer Kantonspolizei an seinem Wohnort in Sisseln AG auf und nehmen mit.

Im Interview mit Tele M1 erzählt Christian Kast am 27. Juli, wie die Eltern vorgegangen sind und was er nun machen will. Kurz danach tauchen zivile Polizisten der Aargauer Kantonspolizei an seinem Wohnort in Sisseln AG auf und nehmen mit.

Projer: «Sehr kritischer Streifen»

Wie Recherchen des «Blicks» daraufhin zeigten, ist Kast allerdings inzwischen ein bekennender Nazi. In einem Facebook-Post schrieb er etwa: «Noch mehr Volksverräter hier? Meldet Euch ein Nazi wartet.» Oder: «Die Öffentlichkeit kann mich jetzt am Arsch. Ich bin jetzt rechtsextrem.» Ein andermal drohte er Schwarzen oder Bundesrätin Simonetta Sommaruga mit dem Tod. Projer verteidigte den Entscheid, Kast einzuladen: Der Kesb-Kritiker sei lediglich Protagonist des «sehr kritischen Streifens». Im Studio sollte ihm die Gelegenheit gegeben werden, zu etwaigen Angriffen direkt Stellung zu nehmen, aktiv in die «Arena»-Debatte eingreifen dürfe er nicht. «Nie würde ich einen Nazi in die Arena einladen», betonte Projer im «SonntagsBlick». Man kenne Kasts Äusserungen auf Facebook und werde diese thematisieren.

Facebook-Profil gelöscht

Inzwischen hat der Aargauer Protagonist die Diskussion um seine Teilnahme selber beendet: Er sagte, wiederum via Facebook, SRF ab: «Ich werde nicht an der Arena teilnehmen. Dies würde der Sache schaden, sorry.» Seine Äusserungen seien «durchaus manchmal nicht so bedacht» gewesen, was ihm leidtue. «Ich wünsche Euch weiterhin einen erfolgreichen Kampf», schrieb Kast und löschte danach sein Profil.