Bezirksgericht Zofingen

Seine Opfer schickten ihm Nackt-Selfies – dann erpresste er sie zu Sex

Der Angeklagte legte sich eine falsche Identität als Frau zu und animierte seine männlichen Opfer, ihm Nacktfotos zu schicken. (Symbolbild von Sexting-Kampagne der Pro Juventute)

Der Angeklagte legte sich eine falsche Identität als Frau zu und animierte seine männlichen Opfer, ihm Nacktfotos zu schicken. (Symbolbild von Sexting-Kampagne der Pro Juventute)

Ein 22-Jähriger Schweizer ist am Freitag vom Bezirksgericht Zofingen wegen Pornographie und sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig gesprochen wurden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren.

Der Beschuldigte aus dem Kanton Bern musste sich am Bezirksgericht Zofingen dafür verantworten, dass er mehrfach pornografische Bildaufnahmen, die sexuelle Handlungen mit Kindern als Inhalt zeigen, heruntergeladen, abgespeichert, angeboten und zugänglich gemacht.

Zudem hat er Kinder unter 16 Jahren zu sexuellen Handlungen verleitet und miteinbezogen. Der homosexuelle Beschuldigte legte sich eine Zweitidentität von einer gutaussehenden jungen und offenen Frau, welche auf der Suche nach einer Sexaffäre sei, an. Er verwendete dafür Bilder aus dem Internet und kommunizierte mit einer extra dafür eingelösten Mobiltelefonnummer.

Das neue Phänomen «Sexting» kam ins Spiel. Mit seiner Zweitidentität animierte er mehrere männliche Opfer, und forderte sie auf, Nacktfotos zu senden. Nicht alle Opfer sind auf den Lockvogel reingefallen.

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Der Beschuldigte drohte den Opfern, die Bilder zugesandt hatten, mit der Veröffentlichung des Materials, wenn sie nicht noch weitere Bilder sendeten oder zwang sie zu sexuellen Handlungen. In zwei Fällen traf sich der Beschuldigte mit den Opfern. Dabei ist es gegen den Willen der Opfer zum gegenseitigen Oralverkehr gekommen. In sämtlichen Fällen war dem psychisch Angeschlagenen das Alter der Opfer bekannt. Eines der Opfer erstattete schliesslich in der Region Anzeige.

Der Staatsanwalt forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von sieben Jahren, wobei der Vollzug zugunsten einer stationären Massnahme aufzuschieben sei. Der Verteidiger beantragte eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren, in gewissen Punkten Freispruch. Auch er forderte eine stationäre Massnahme.

Das Gericht verurteilte den 22-Jährigen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren, wobei der Vollzug zugunsten einer stationären Massnahme aufzuschieben ist. Zudem muss der Beschuldigte tausend Franken Genugtuung an eines der Opfer bezahlen. In einzelnen Punkten wurde der Beschuldigte freigesprochen. (KF)

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