Luftrettung
Rega fordert Entschädigung – Kanton Aargau will aber kein Geld bezahlen

Die Rettungsflugwacht (Rega) verlangt vom Kanton Aargau eine Entschädigung, weil primär der Konkurrent TCS aufgeboten wird. Daraus wird aber nichts. Es wird kein Geld fliessen.

Thomas Röthlin
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Die Rega verlangt vom Kanton eine Entschädigung – vergebens. Quelle: Keystone

Die Rega verlangt vom Kanton eine Entschädigung – vergebens. Quelle: Keystone

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«Die Luftrettung wird nicht beplant, es gibt keine Leistungsaufträge und demzufolge keine Subventionen.» Mit dieser deutlichen Absage reagiert das kantonale Departement Gesundheit und Soziales auf eine Forderung der Rettungsflugwacht (Rega).

CEO Ernst Kohler regte sich in der «Schweiz am Sonntag» über den TCS auf, der Luftrettung als «Rosinenpickerei» betreibe und nur eingeschränkt einsatzbereit sei.

Um gleich lange Spiesse zu schaffen, verlangte Kohler vom Touring-Club Schweiz entweder «das volle Einsatzspektrum rund um die Uhr» – oder von der öffentlichen Hand eine Entschädigung.

In der Tat betreibt der auf dem Flugplatz Birrfeld stationierte TCS-Helikopter Notfalleinsätze nicht als Hauptgeschäft. Und doch wird der von der Alpine Air Ambulance (AAA) betriebene und mit einer kantonalen Rettungsbewilligung ausgestattete Heli von der Notrufzentrale noch vor der Rega aufgeboten, die im Aargau keine Basis hat.

Die Praxisänderung ausgelöst hat ein tödlicher Unfall im März, als anstelle des viel näher liegenden TCS-Helis die Rega aus Basel angeflogen war.

TCS will neutrale Notrufzentrale

Derweil verhandeln Rega und AAA über die Integration des TCS-Helis in die Rega-Einsatzzentrale beim Flughafen Kloten. So will es der Kanton Aargau, dessen eigene Einsatzleitstelle heute nur über die Positionsdaten der TCS-Helis verfügt.

Der TCS hat bereits signalisiert, seine Angaben Konkurrentin Rega zur Verfügung zu stellen, «falls die Rega ihrerseits die eigenen Positionsdaten der Einsatzleitstelle bekannt gibt und sich gleichzeitig verpflichtet, im Einsatzfall auf neutraler Basis den am nächsten gelegenen und verfügbaren Heli aufzubieten», sagt Moreno Volpi, Leiter Kommunikation.

Der TCS favorisiert allerdings eine andere Lösung: eine unabhängige Einsatzleitstelle, wie im Wallis, wo eine selbstständige Rettungsorganisation im Auftrag des Kantons sämtliche Einsatzkräfte koordiniert, am Boden und in der Luft. «Weshalb sollte das im Aargau nicht klappen?», fragt sich Volpi.

Wie die Rega mit den Subventionen, blitzt auch der TCS mit dem Modell Wallis im Aargau ab. «Es macht keinen Sinn, neue Strukturen zu schaffen, wenn bestehende gut funktionieren», sagt der Sprecher des Gesundheitsdepartements Balz Bruder. «Das Know-how zur Rettungshelikopter-Disposition ist bei der Rega vorhanden.»

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