Bremgarten
Public Viewing: Behörden bleiben trotz WM hart – um Mitternacht ist Schluss

In den Altstädten von Rheinfelden und Bremgarten haben Fussballfans zu kämpfen: Die Vorgaben für Public Viewings gestalten sich schwierig – oder unmöglich. Und der Ärger darüber ist gross.

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Ein Dorn im Auge vieler Behörden: Einigen Städten ist die Nachtruhe wichtiger, als der WM-Trubel. (Archiv)

Ein Dorn im Auge vieler Behörden: Einigen Städten ist die Nachtruhe wichtiger, als der WM-Trubel. (Archiv)

Walter Schwager

Vorfreude sieht anders aus. In wenigen Stunden beginnt in Brasilien die Fussball-Weltmeisterschaft und in Bremgarten ist der Ärger gross. «Es ist untragbar!», beschwert sich die Angestellte einer Bar in der Altstadt in einem Leserbrief an die az.

Grund für ihren Ärger: Der Stadtrat hat keine Sonderbewilligungen für die Öffnungszeiten während der Weltmeisterschaft erteilt - zumindest für die Betriebe in der Altstadt. Sie müssen sich an die ordentlichen Bewirtungszeiten halten. Will heissen: Bei Spielen, die um Mitternacht oder noch später beginnen, bleiben die Bildschirme schwarz.

Auch andere Schweizer Städte regeln das so während der WM. In Bremgarten aber kommt der Entscheid nicht gut an: So nehme man den Beizen, die «eh schon am Kämpfen sind, die wichtigen Umsätze», heisst es im Leserbrief aus Bremgarten.

Ausnahme für die Schweiz

Der Entscheid hat in der Freiämter Stadt einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Aus dem Rathaus ist zu vernehmen, dass auf allen Kanälen entsprechende Reklamationen bei Stadtrat und Verwaltung eintreffen.

Der Stadtrat führt als Grund für den Entscheid den Schlaf der Anwohner an. Ziel sei eine Ausgewogenheit zwischen WM-Trubel und Nachtruhe, heisst es. Die Stadtbehörden signalisieren allerdings, dass in Einzelfällen durchaus eine Ausnahme gemacht werden könne. Beispielsweise bei Spielen mit Beteiligung der Schweizer Nationalmannschaft.

Eine Sonderbewilligung erteilt hat die Stadt für zwei Public Viewings ausserhalb der Altstadt: Beim Casinoplatz und beim Schulhausplatz Obertor stehen bereits Zelte, die mehreren Hundert Personen Platz bieten. Auch hier dürfen die Spiele bis Mitternacht gezeigt werden.

Rheinfelder Regeln

Gar noch strenger sind die Auflagen in Rheinfelden. Auch hier haben es die Wirte schwer, wollen sie während der WM die Fussballfans in oder vor die Beizen locken. Die Zähringerstadt gab bereits im März die Regeln für die Weltmeisterschaft bekannt.

Neun Punkte umfassen die Rahmenbedingungen. Projektoren, Verstärkeranlagen, Home-Cinema-Systeme, künstlicher Rasen, Teppiche oder Holzroste sind verboten. Übertragen werden dürfen nur Spiele, die um 18 Uhr oder 21 Uhr beginnen und eine halbe Stunde nach Abpfiff ist Schluss.

Eine Ausnahme wird lediglich bei den Spielen der Schweizer Nati gemacht. Bei Public Viewing innerhalb der Lokale kann die Regionalpolizei die Wirtetätigkeit verlängern - allerdings müssen Fenster und Türen geschlossen bleiben.

Nur ein Betreiber macht sich die Mühe, trotz der Vorschriften ein Public Viewing im Freien durchzuführen: die Piazza Bar in der Altstadt. (nbo)

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