Satire

Lachen garantiert: Politisch Unkorrektes von einem Aargauer aus dem Kongo

Er wohnt in Niederlenz und stammt aus dem Kongo.

Charles Nguela erzählt bei «Giacobbo/Müller» aus seinem Leben als Schwarzer in der Schweiz.

Er wohnt in Niederlenz und stammt aus dem Kongo.

Frisch, sympathisch und humorvoll erzählt Charles Nguela aus seinem Leben als Schwarzer in der Schweiz. Worüber in der Öffentlichkeit besser geschwiegen wird, nimmt Nguela als Zündstoff für seine Auftritte.

Vom Kongo auf die Comedy-Bühnen der Schweiz: Mit Charles Nguela bringt ein neuer talentierter Standup-Comedian das Publikum zum Lachen.

Den Stoff für seinen wortwitzigen Humor nimmt der sympathische Komiker aus Niederlenz aus seinen Erfahrungen aus dem Leben als Schwarzer - oder «optimal Pigmentierter», wie es Nguela nennt - in der Schweiz.

Nguela bei Giacobbo/Müller

Auf humorvolle Art und Weise erzählt der gelernte Drucktechnologe, wie er als schwarz gekleideter Afrikaner beim Kinobesuch aufpassen muss, dass sich niemand auf ihn draufsetzt oder dass er sich im Militär für Nachtübungen nie Schuhwichse aufs Gesicht schmieren musste. Was in der Schweiz als politisch unkorrekt gilt, darf bei Charles Nguela mit herzhaften Lachern goutiert werden.

Während der 24-Jährige sein Programm bislang nur im kleinen Rahmen präsentierte, durfte er am Sonntag in der Satiresendung «Giacobbo/Müller» auf SRF auftreten.

«Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so nervös», gesteht er gegenüber der Aargauer Zeitung und fügt an: «Zum Glück hatten mir die Produzenten erst nach dem Auftritt gesagt, wie viele Personen vor den Bildschirmen sassen.»

Fast eine halbe Million waren es, die den Auftritt des Comedy-Newcomers verfolgten.

Lustige Geschichten mit wahrem Kern

Viele der Geschichten, die Nguela auf der Bühne zum Besten gibt, sind dem 24-Jährigen wirklich widerfahren. Vor elf Jahren kam der gebürtige Kongolese in die Schweiz, nachdem seine Familie vom Krieg in seiner Heimatstadt Kinshasa nach Südafrika flüchten musste und wegen ihrer politischen Gesinnung auch dort von Soldaten vertrieben wurde. Es war eine seltsame neue Welt, in die Nguela eintauchte.

«In der Schule bildeten die Kinder einen Kreis um mich, fassten meine Haare an und wollten wissen, ob ich wirklich nur Bananen esse», erinnert sich der Comedian.

Auch im öffentlichen Verkehr unterwegs, erlebte er Begegnungen der seltsamen Art: «Wenn ich früher im Viererabteil eines vollen Zuges unterwegs war, zogen es die Leute vor, stehen zu bleiben als sich zu mir zu setzen.»

Auch heute noch sieht Nguela auf dem Arbeitsmarkt schwarze Mitbürger als benachteiligt. In der Öffentlichkeit habe sich das Bild aber mittlerweile verbessert.

«Das Bild des aggressiven und lauten Afrikaners steckt nur noch in den Köpfen der älteren Generation», erklärt er. «Bei den Jungen sind die Schwarzen aber gut akzeptiert.»

Für seine Karriere als Comedian hat Nguela dieses Jahr noch viel vor. Auf Hochtouren arbeitet er derzeit an seinem ersten abendfüllenden Programm «Schwarz-Schweiz», mit dem er am Comedy-Festival «Züri lacht» am 5. November Premiere feiert.

Bis dahin moderiert er die monatliche Show «Charly's Comedy Club» im Aarauer KiFF, wo er neben mehreren Comedians auch selbst einen Angriff auf die Lachmuskeln startet.

«Comedy ist im Aargau noch wenig verbreitet», ist sich Nguela sicher. «Der Comedy Club bietet den jungen Künstlern und mir eine ideale Gelegenheit, an ihrem Auftritt zu feilen.»

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