Kriminalität
Die Aargauer Kantonspolizei geht präventiv gegen Einbrecher vor – dabei kommt es zu acht Festnahmen

Zusammen mit ihren Partnerorganisationen hat die Kantonspolizei am Freitagabend eine kantonsweite Fahndungsaktion gegen Einbrecher durchgeführt. Die Polizei nahm acht Männer fest, darunter drei mutmassliche Kriminaltouristen. Zudem sind ihr ein Dutzend Personen ins Netz gegangen, die im Fahndungsregister ausgeschrieben waren.

Alessandro Crippa
Drucken
Polizisten kontrollieren Fahrzeuge im Rahmen der Anti-Einbruch-Aktion der Kantonspolizei Aargau.

Polizisten kontrollieren Fahrzeuge im Rahmen der Anti-Einbruch-Aktion der Kantonspolizei Aargau.

Archivbild: Severin Bigler

Die Hochsaison der Dämmerungseinbrecher hat begonnen und lässt die Einbruchszahlen im Wohnbereich spürbar ansteigen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, führte die Kantonspolizei Aargau am Freitagabend eine kantonsweite Fahndungs- und Präventionsaktion durch, wie sie in einer Medienmitteilung bekannt gibt. Unterstützt wurde die Kantonspolizei dabei durch die Aargauer Regionalpolizeien, die eidgenössische Zollverwaltung, angrenzende Polizeikorps, die Transportpolizei der SBB sowie im Rückwärtigen durch das Bundesamt für Polizei (fedpol). Von den eingesetzten Mitteln könne die Aktion mit jenen aus früheren Jahren verglichen werden, sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei auf Anfrage der AZ.

Begonnen hat die Aktion in den späten Nachmittagsstunden und sie hat bis weit in die Nacht hinein gedauert. Die Polizei führte an verschiedenen Autobahnanschlüssen und entlang von Hauptachsen Verkehrskontrollen durch. Dazu führte sie an Bahnhöfen, in einschlägig bekannten Lokalen und anderen sogenannten «Hotspots» Personenkontrollen durch. Ergänzend waren auch zivile Fahnder im Einsatz. Um Einbrecher abzuschrecken, zeigte die Polizei auch in Wohnquartieren Präsenz.

Acht Personen festgenommen

In Bremgarten stoppte die Kantonspolizei um 20.45 Uhr ein mit zwei Männern besetztes Auto. Wie sich zeigte, war der 48-jährige Schweizer am Steuer zur Verhaftung ausgeschrieben. Der 52-jährige Serbe auf dem Beifahrersitz war mit Einreisesperre belegt. Bei der Durchsuchung des Wagens fanden die Polizisten Einbruchswerkzeug. Die beiden Männer ohne festen Wohnsitz in der Schweiz wurden unter dringendem Tatverdacht vorläufig festgenommen.

In Wohlen verhaftete die Kantonspolizei einen 43-jährigen Albaner ohne Wohnsitz in der Schweiz. Mit Einreisesperre belegt und wegen Einbruchdiebstahls zur Verhaftung ausgeschrieben, führte dieser einen mutmasslich gefälschten Reisepass mit. Zudem stellten die Polizisten in seiner Unterkunft Kokain sicher.

In Hunzenschwil stiess die Polizei im Kofferraum eines Wagens auf über hundert Marihuana-Setzlinge. Die beiden Autoinsassen wurden wegen Verdachts des Drogenhandels für weitere Ermittlungen festgenommen.

Wegen offener Ausschreibungen oder Widerhandlung gegen das Ausländergesetz verhaftete die Polizei drei weitere Personen.

Im Fahndungsregister ausgeschrieben

Insgesamt führten die Einsatzkräfte über 1100 Personenfahndungen durch. Dazu kommen 502 Fahndungen nach Fahrzeugen. Neben den zuvor genannten Ausschreibungen gingen der Polizei dadurch auch ein Dutzend Personen ins Netz, die wegen offener Bussen oder unklarer Aufenthaltsverhältnisse ausgeschrieben waren.

Alkoholisiert oder unter Drogen am Steuer

Die Verkehrskontrollen brachten neben den kriminalpolizeilich relevanten Aspekten auch verschiedene Verkehrsdelikte ans Licht, schreibt die Aargauer Kantonspolizei weiter. So zog sie ein Dutzend Lenker aus dem Verkehr, die angetrunken waren oder unter Drogeneinfluss standen. Dazu kamen Verzeigungen wegen anderer Tatbestände sowie etliche Ordnungsbussen.

Bilanz positiv

Angesichts der zahlreichen Aufgriffe zieht die Kantonspolizei Aargau eine positive Bilanz der personalintensiven Aktion. Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei sagt auf Anfrage, dass man gerade mit den Verhaftungen in Bremgarten und Wohlen möglicherweise grösseren Schaden verhindert habe. Natürlich könne man nicht messen, was durch diese Personen angerichtet worden wäre, aber: «Jeder verhinderte Einbruch ist Gold wert – vor allem für diejenigen, die davon betroffen gewesen wären. Jeder Einbruch ist einer zu viel», sagt Graser.

Entgegen anderer Tage der letzten Zeit verzeichnete die Polizei am Freitag lediglich einen einzigen Einbruchsversuch. Mit verschiedenen Massnahmen behält die Kantonspolizei Aargau das Einbruchsgeschehen bis im Frühling im Fokus.

Aktuelle Nachrichten