Kriminalität
300'000 Franken für mehrere Morde geboten: Aargauer Psychologe muss sich vor Gericht verantworten

Vom Adeligen zum Kriminellen: Ein mehrfach promovierter Aargauer Psychologe ist letzten April vom Bezirksgericht zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Graf hat einem seiner Patienten den Auftrag gegeben, mehrere Personen umzubringen – inklusive sich selbst.

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(luk) Früher war er ein renommierter Psychologe, heute sitzt er hinter Gittern. Bis vor einigen Jahren führte der gebürtige Deutsche, der auch einen Grafentitel trägt, eine Praxis in Wettingen. Dort soll er einen Patienten mehrfach dazu aufgefordert haben, seine Ex-Freundin sowie seine aktuelle Partnerin umzubringen.

Und nicht nur das: Weil der Psychologe nicht mehr leben wollte, bat er den Patienten auch, ihn selbst umzubringen. Recherchen des Regionalsenders Tele M1 förderten Original-Tonaufnahmen zu Tage, in denen die entsprechenden Aufforderungen zu hören sind. Demnach soll der mittlerweile Verurteilte für die Auftragsmorde 300'000 Franken geboten haben.

Grund für den tiefen Fall des Adligen soll ein massiver Drogen- und Alkoholmissbrauch sein. Das Bezirksgericht Zürich hat den Grafen im Jahr 2019 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zu viel für den Verurteilten. Er forderte gestern Dienstag einen Freispruch vor dem Zürcher Obergericht. Gegenüber der Tageszeitung «Blick» beteuerte er, die Auftragsmorde nicht ernst gemeint zu haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von zehn Jahren und einen Landesverweis von 15 Jahren für den ehemaligen Psychologen. In den abschliessenden Entscheid soll auch ein Blick ins deutsche Strafregister des Mannes einfliessen.