Staufen/Oftringen
Kevin Hirt: «Ein Held leistet etwas Aussergewöhnliches»

Das Publikum hat gewählt: Der Cevi-Leiter Kevin Hirt ist der neue «Held des Alltags 2015». Fühlt er sich jetzt ein Promi? Ein Interview mit einem Held.

Sibylle Haltiner
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Stolz präsentiert Kevin Hirt seine Auszeichnung als «Held des Alltags». Oscar Alessio

Stolz präsentiert Kevin Hirt seine Auszeichnung als «Held des Alltags». Oscar Alessio

Oscar Alessio

«Es war bis zum letzten Moment ziemlich spannend», verkündete SRF-Direktor Ruedi Matter gestern Morgen kurz vor der Wahl. Doch Kevin Hirt hat sich beim Online-Voting von SRF Schweizer Radio und Fernsehen gegen seine beiden Mitbewerberinnen bei der Wahl zum «Helden des Alltags» durchgesetzt.

Matter zeigte sich besonders erfreut darüber, dass der Lagerleiter der Cevi Staufen als gelernter Koch vielen Jugendlichen die zweifelhafte kulinarische Erfahrung von «Teigwaren en bloc» erspare. Und was sagt der glückliche Sieger, der eigentlich gar kein Held sein will, kurz nach der Wahl?

Die Wahl zum «Helden des Alltags» macht Sie zu einem Helden. Sind Sie auch einer?

Kevin Hirt: Ein Held ist für mich jemand, der etwas Aussergewöhnliches leistet, etwas, das sonst niemand auf der Welt vollbracht hat. Ich fühle mich nicht als Held, sondern bin jemand, der gerne für andere seine Freizeit opfert. Das machen neben mir aber noch sehr viele andere Jugendliche.

Fühlen Sie sich als «Held des Alltags» nun als Promi?

Im Augenblick schon. Es ist schön, geehrt zu werden für das, was man gemacht hat. Aber der Alltag wird bald wieder so weitergehen wie vorher.

Im Anschluss an die Wahl waren Sie bereits Gast in der Radio-Sendung «Persönlich».

Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Es war ein tolles Erlebnis, neben Kurt Aeschbacher zu sitzen, der selber schon so viel erlebt und gemacht hat. Ich habe es auch genossen, auf die Fragen von Moderator Christian Zeugin über mich erzählen zu dürfen.

Es sind nur wenige Stunden seit der Wahl vergangen. Haben Sie schon Reaktionen erhalten?

Es gab sehr viele Gratulationen. Die Leute finden es sehr gut, dass die Jugendarbeit ausgezeichnet wurde, und finden diese auch sehr wichtig. Sehr gefreut haben mich die Glückwünsche von Theres Arnet, der Präsidentin von Benevol Schweiz. Und auch, dass ich Kurt Aeschbacher kennen lernen durfte, war cool. Seine Persönlichkeit hat mich beeindruckt.

Mit 25 Jahren sind Sie der jüngste Gewinner der Auszeichnung. Kam Ihnen der Jugendbonus zugute?

Ich denke schon, ja. Viele Menschen stehen hinter der Jugendarbeit. Auch viele ältere Leute haben mir gesagt, dass sie es gut finden, wenn sich die Jugendlichen in der Freiwilligenarbeit engagieren.

Wie ist die Abstimmungszeit gelaufen? Wissen Sie, wer Ihnen die Stimme gegeben hat?

Ich bekam viele E-Mails mit Ermutigungen und Danksagungen für meinen Einsatz, das hat mich aufgestellt. Für die Wahl konnte ich auf verschiedene Netzwerke zurückgreifen, die grossen Jugendverbände Pfadi, Jubla und Cevi haben mich bei der Stimmensuche unterstützt. Ausserdem auch das J + S-Amt. Das war super.

Glauben Sie, dass auch der Jugendverband Cevi von Ihrem Titel profitieren wird?

Bestimmt. Wir können dadurch viel Aufmerksamkeit in den Medien erreichen, das hilft dem Cevi. Ich hoffe, dass es durch den Titel beim Cevi mehr Teilnehmer und mehr Leiter geben wird. Mir persönlich wird der Titel bestimmt neue Motivation und noch mehr Freude an der Arbeit bringen.