Böser Fido!

Hundebiss-Statistik: Kleinere Hunde schnappen besonders oft zu

Hundebiss-Statistik Aargau

Hundebiss-Statistik Aargau

Auch wenn sie herzig aussehen: Hunde darf man nicht unterschätzen, im Jahr 2014 wurden über 500 Hundebisse gemeldet.

«Er macht nüt» ist wohl einer der am meisten geäusserten Sätze im Umgang mit Hunden. Dass dennoch Vorsicht geboten ist, zeigt die Statistik. Letztes Jahr bissen Hunde über 500 Mal zu, oft in der eigenen Familie.

Hunde darf man nicht unterschätzen, auch wenn sie klein und herzig sind. Im Jahr 2014 hat die Zahl von Hundebissen um einen Viertel zugenommen, es wurden 516 Fälle gemeldet.

Der Aarauer Pöstler Simon Hunziker kennt diese Situation nur zu gut. Vor einem Jahr wurde auch er wurde Opfer eines Hundebisses. Als er sich beim Verteilen der Post von einem Haus schon wieder entfernte, kam plötzlich der Hund nach draussen. Hunziker hatte gar keine Chance, ihn zu sehen. Er hörte nur noch ein Scharren und spürte, wie ihn der Hund packte. Der Hundehalter hat den Pöstler mit einer Entschuldigung und einem Gutschein entschädigt.

Erika Wunderlin über die Hundebiss-Statistik

Erika Wunderlin über die Hundebiss-Statistik

Pitbulls und Rottweiler gehören zu den Rassen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, der Kanton schreibt für diese und weitere Rassen spezielle Haltungsbedingungen vor. Sind es also diese sogenannten Listenhunde, die schnell mal zuschnappen?

Kantonstierärztin Erika Wunderlin verneint diese Frage gegenüber Tele M1. «Wir stellen fest, dass alle Hunden beissen können, ungeachtet der Rasse. Diese Bissvorfälle haben sehr wenig mit Listenhunden zu tun.» Diese haben insgesamt 33 Mal zugebissen.

Auch einen typischen Beisser gebe es nicht, sagt Wunderlin weiter. Oft handle es sich bei den Beissern um kleinere bis mittelgrosse Hunde, vor allem vom Typ Terrier, die relativ heftig reagieren können, wenn ihnen etwas nicht passt. «Die meisten Vorfälle kommen im eigenen Haushalt vor, wenn gewisse Regeln nicht richtig beachtet werden und der Hund aus Protest mit einem Biss reagiert.»

Weshalb kommt es im familiären Umfeld so oft zu Bissverletzungen? Haben die Halter ihre Hunde nicht im Griff? Wunderlin verweist auf den Hund als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. «Wenn er zum Beispiel ruhen will, denn soll man das respektieren und ihn nicht stören, auch nicht, wenn man mit ihm schmusen will. Denn dies kann schnell mit einem Schnapper beantwortet werden.»

Die Kantonstierärztin empfiehlt allen Haltern, eine gute Hundeschule und Erziehungskurse zu besuchen, damit man den eigenen Hund gut kennenlernen kann. (jgl)

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