Luftrettung
Helis von Rega und TCS heben jetzt deutlich häufiger ab

Seit im Aargau auch der TCS-Helikopter für Rettungen aufgeboten werden kann, nehmen die Einsätze markant zu. Bereits nach acht Monaten hoben Rega (27) und TCS (66) öfter für Rettungseinsätze ab als sonst nach zwölf Monaten.

Manuel Bühlmann
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Rega und TCS teilen sich seit einigen Monaten die Luftrettung im Aargau.

Rega und TCS teilen sich seit einigen Monaten die Luftrettung im Aargau.

Keystone

Seit einem halben Jahr fliegt neben den roten Rega-Helis auch ein gelber Rettungshelikopter der TCS-Partnerfirma Alpine Air Ambulance (AAA) Notfalleinsätze im Aargau.

Im Juli entschied der Kanton definitiv, dass zuerst der auf dem Flugplatz Birrfeld stationierte TCS-Helikopter aufgeboten werden soll. Ist dieser nicht verfügbar, übernimmt die Rega. Weil die Rega-Basis in Basel näher zum Fricktal gelegen ist, kommen dort primär die roten Helis zum Einsatz.

Nach sechs Monaten zieht die Aargauer Zeitung eine erste Bilanz und will wissen, wie sich die Einsatzzahlen mit dem neuen Regime entwickelt haben.

Dabei fällt auf: Im Vergleich zu den letzten zehn Jahren werden die Rettungshelikopter deutlich häufiger aufgeboten.

Bereits nach acht Monaten im Jahr 2013 hoben Rega (27) und TCS (66) öfter für Rettungseinsätze im Aargau ab als in den Vorjahren nach zwölf Monaten.

Die Jahreshöchstmarke von 2009 mit 87 Einsätzen wurde bereits im Spätsommer um sechs Flüge überboten. Im letzten Jahrzehnt wurde im Aargau pro Jahr durchschnittlich in rund 67 Fällen ein Heli angefordert.

Ein Heli mitten im Kanton

Balz Bruder, der Mediensprecher des kantonalen Gesundheitsdepartements, bestätigt, dass der Heli «eher häufiger eingesetzt wird».

Er begründet dies damit, dass dieser «mitten im Kanton als zusätzlich einsetzbares und in kürzester Zeit anwesendes Rettungsmittel zur Verfügung steht».

Die Zunahme lässt sich auf einen weiteren Grund zurückführen: Der Helikopter wird auch in jenen Fällen häufiger eingesetzt, «bei denen die bodengebundenen, nächstgelegenen Rettungsdienste bereits besetzt sind und ein Fahrzeug aus einem Nachbargebiet mit einer längeren Anfahrtszeit beigezogen werden müsste».

Das heisst, der Heli kommt auch dann zum Einsatz, wenn er schneller vor Ort sein kann als die verfügbaren Ambulanzfahrzeuge.

Offensichtlich greifen nicht alle Retter gleich häufig auf die Unterstützung aus der Luft zurück: «Zudem bestehen bei den Rettungsdiensten regionale Unterschiede bezüglich Aufgebotshäufigkeit, deren Entwicklung vom Departement Gesundheit und Soziales verfolgt wird», sagt Balz Bruder.

Fünf Rettungen mit der Winde

Im Gegensatz zum TCS-Heli verfügen die Rega-Maschinen über eine Rettungswinde. Das ist ein weiterer Grund, warum der TCS seinen Konkurrenten nicht ganz aus der Region verdrängt hat.

Denn auch im Flachland-Kanton Aargau kommt diese Ausrüstung zum Einsatz: In diesem Jahr musste die Rega gemäss eigenen Angaben in fünf Fällen auf die Rettungswinden zurückgreifen.

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