Sparprogramm

Grossräte, die auf Papierkrieg bestehen, müssen Unterlagen selber ausdrucken

Wer als Aargauer Grossrat auf Papierkrieg besteht, muss die Unterlagen künftig selber ausdrucken

Wer als Aargauer Grossrat auf Papierkrieg besteht, muss die Unterlagen künftig selber ausdrucken

Eine Million Kopien weniger: Grossräte, die auf den Papierkrieg in der Politik bestehen, sollen ihre Unterlagen künftig selber ausdrucken müssen. Eine der 190 Sparmassnahmen, die nicht gewaltig einschenken wird, aber einige Politiker zünftig nerven w

Es ist nicht gerade diese eine von 190 Sparmassnahmen, die gewaltig einschenkt, aber sie wird noch zu reden geben. Alle Geschäftsunterlagen für den Grossen Rat stehen in digitalisierter Form zur Verfügung.

Der Regierungsrat schlägt vor, darauf zu verzichten, sie den Grossräten auch per Post in Papierform zuzustellen.

Dadurch müssten jährlich etwa eine Million weniger Seiten fotokopiert werden, Staatskanzlei und Parlamentsdienste könnten 30 Stellenprozente einsparen, zusammen mit den wegfallenden Porti ergibt sich ein Sparpotenzial von 180 000 Franken.

Keine Grossrats-Post mehr ist für manche Parlamentarier allerdings dicke Post. Klar, wer halt immer noch lieber vom Papier als vom Bildschirm liest, müsste sich die ganzen Unterlagen künftig selber ausdrucken, und das kostet ja auch etwas.

Diese Überwälzung aufs private Portemonnaie der nicht üppig besoldeten Parlamentarier ist manchen in den falschen Hals geraten.

Für diese Massnahme muss zwar kein Gesetz oder Dekret geändert werden, den Grossräten einfach so aufs Auge drücken kann sie der Regierungsrat aber nicht.

Für den generellen Verzicht auf die postalische Zustellung der Geschäftsunterlagen braucht es einen zustimmenden Beschluss des Büros des Grossen Rats.

Motivierend wirkt dabei vielleicht, dass auch die Papierberge in der Verwaltung abgebaut werden sollen. Der Regierungsrat will den wöchentlichen Medienspiegel seines Kommunikationsdienstes durch eine Intranet-basierte Lösung ersetzen, die Personalzeitschrift Quer nur noch halb- statt vierteljährlich herausgeben, die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse der Kantonsarchäologie einschränken, das Programm der Bildungsangebote für das Staatspersonal nur noch online anbieten sowie auch die Lohnabrechnungen der Verwaltung und der Lehrpersonen digital im E-Personaldossier zur Verfügung stellen. Das spart knapp 230 000 Franken, auf dem Papier ist in der Leistungsanalyse also für die Opfersymmetrie gesorgt.

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